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Francoise Giroud
Foto: APa/Pierre Franck Colombier

Paris - Die französische Journalistin, Schriftstellerin und Politikerin Francoise Giroud ist am Sonntag im Alter von 86 Jahren bei Paris verstorben. Laut Medienberichten starb sie im "Hopital americain" von Neuilly bei Paris an den Folgen einer Schädelverletzung. Die 1916 aus Genf gebürtige Giroud hatte sich die Verletzung am Donnerstag bei einem Sturz zugezogen und lag seit Freitag im Koma, hieß es.

Gründerin von "L'Express"

Francoise Giroud begann ihr Berufsleben 1931 als Scriptgirl, bevor sie Regieassistentin und Drehbuchautorin wurde. 1950 wurde sie Chefredakteurin von "Elle". 1953 gründete sie gemeinsam mit Jean-Jacques Servan-Schreiber das Nachrichtenmagazin "L"Express", das sie ab 1971 leitete.

Unter dem zentrumsbürgerlichen Präsidenten Valery Giscard d"Estaing (UDF) war Francoise Giroud von 1974 bis 1976 Frauen-Staatssekretärin und von 1976 bis 1977 Kultur-Staatssekretärin. UDF-Chef Francois Bayrou, der am Sonntag in Paris einem Parteitag beiwohnte, nannte seine tote Parteifreundin eine "große Dame". Die Parteidelegierten hielten eine Schweigeminute ein.

Ausgezeichnet für Alma Mahler Biographie

In Österreich war Francoise Giroud, die im Laufe ihrer Karriere zahlreiche Bücher schrieb, im Jahre 1988 für ihre Alma Mahler-Biografie mit dem "Großen Literaturpreis der Frau" ausgezeichnet worden. Das Buch war mit dem Titel "Alma Mahler ou l'art d'etre aimee" im Verlag Robert Laffont erschienen. Seit 1992 war Giroud Mitglied des Femina-Literaturpreises und seit 1993 schrieb sie als Fernseh-Leitartiklerin für das Magazin "Le Nouvel Observateur". (APA)