Sat.1 geht im Streit um die Fernseh-Rechte der deutschen Fußball-Bundesliga auf Konfrontationskurs zum Pay-TV-Sender Premiere. Urs Rohner, Vorstandsvorsitzender der ProSiebenSat.1 Media AG, will im Vergleich zu Premiere weniger zahlen. Man müsse sich "über die Verteilung der Rechtekosten zwischen Pay-TV und Free-TV Gedanken machen", sagte Rohner dem "Handelsblatt". "Im Rest von Europa tragen die Free-TV-Sender nur zwischen 10 und 15 Prozent der Kosten, bei uns 40 Prozent."

Sat.1 zahlt 80 Millionen Euro

Das frei empfangbare Sat.1 zahlt für die laufende Saison rund 80 Mio. Euro, ARD und ZDF für die Nachverwertung rund 19 Mio. Die Pay-TV-Rechte kosten Premiere rund 148 Mio. Die defizitären Sender Sat.1 und Premiere gehören zur zerfallenden Kirch-Gruppe und stehen vor dem Verkauf. Sat.1 hat eine in knapp vier Wochen auslaufende Option, die Bundesliga zu fast unveränderten Bedingungen zu behalten.

"Hoch defizitäres Geschäft"

Rohner bezeichnete die Bundesliga als "hoch defizitäres Geschäft". Der gestiegene Rechteumfang von Premiere habe zu den sinkenden Quoten beigetragen. "In keinem anderen größeren europäischen Land werden im Pay-TV alle Spiele live gezeigt und gibt es auch noch eine Highlight-Show gleich nach Spielschluss. Das kostet uns Zuschauer während der "ran"-Sendung, die erst um 18 Uhr beginnen darf."

Rohner äußerte sich "dennoch optimistisch, dass wir die Bundesliga-Rechte behalten". Zugleich wehrte er sich gegen den Vorwurf einiger Manager, die Bundesliga schlecht geredet zu haben: "Das ist völlig absurd. Wir - und auch ich persönlich - haben uns dazu nie geäußert." Bezeichnend sei, dass sich bis vor kurzem kein Bundesliga-Manager an "ran" gestört habe. (APA/dpa)