Wien - Ein ausgezeichnetes Neugeschäft verzeichnete der österreichische Bausparsektor im Vorjahr. Die Zahl der neuen Verträge stieg um 5,1 Prozent auf 948.284, nach rund 902.600 im Jahr 2001, und die Vertragssummen kletterten um 5,9 Prozent auf den neuen Rekordwert von 17,5 Mrd. Euro. "Bausparen entwickelt sich angesichts fallender Aktienkurse zum Renner, die Österreicher setzen wieder verstärkt auf sichere und kalkulierbare Sparformen", ortet der Vorsitzende der Arbeitsgemeinschaft österreichischer Bausparkassen (AÖB), Erich Rainbacher, ein verstärktes Sicherheitsbewusstsein bei den Sparern.

Die Gesamteinlagen lagen zu Jahresende mit 16,990 Mrd. Euro um 0,3 Prozent unter dem Vorjahr (17,041 Mrd. Euro). Dass die Einlagen trotz des guten Neuabschlussgeschäfts konstant blieben, ist eine Folge der hohen Umwandlungen von Zwischendarlehen in Bauspardarlehen. Da dabei Eigenmittel in Höhe von 30 bis 35 Prozent der Vertragssumme ausgezahlt werden, dämpft dies auch immer das Einlagenniveau.

Schwache Baukonjunktur

Die schwache Baukonjunktur bremste 2002 die Entwicklung der Finanzierungsleistung und der Gesamtausleihungen. Mit 2,1 Mrd. Euro Finanzierungsleistung lagen die Baugeldauszahlungen um 22 Prozent unter dem Wert von 2001 oder um 400 Mio. Euro hinter dem Finanzierungsdurchschnitt der vergangenen 10 Jahre. Heuer sollen es wieder 3 Mrd. Euro werden. Bei den Ausleihungen wurde vergangenes Jahr mit 14,0 Mrd. Euro ein leichter Rückgang von 2,5 Prozent gegenüber 2001 verzeichnet.

Rainbacher ist zuversichtlich, dass 2003 ein gutes Bausparjahr wird. Mit einer attraktiven Verzinsung und der Bausparprämie biete Bausparen auch heuer wieder eine hohe und zugleich sichere Rendite von 4,3 Prozent, was auf Grund der KESt-Befreiung der Bausparprämie einer 4,8-prozentigen Sparbuchverzinsung entspricht. Außerdem sorge die niedrige Inflationsrate von 1,7 Prozent für eine hohe Realverzinsung, so dass Bausparer sicher sein könnten, auch 2003 einen lukrativen Ertrag zu erwirtschaften.

Zuversichtlich bei Investitionen im Baubereich

Zuversichtlich ist Rainbacher, der als Raiffeisen-Bauspar-Chef derzeit turnusmäßig den AÖB-Vorsitz inne hat, auch, was die Investitionen im Baubereich betrifft. "Wir rechnen damit, dass sich die privaten Bauherren nach einer Phase des Abwartens heuer wieder stärker engagieren werden, insbesondere die Wohnraumverbesserung und die thermische Sanierung stellen ein großes Potenzial dar".

Aus diesem Grund rechnet der Bausparsektor laut Rainbacher mit einer steigenden Finanzierungsleistung von 2,1 Mrd. Euro im Jahr 2002 auf 3 Mrd. Euro im Jahr 2003.(APA)