Temelin/Linz - Der erste Block des AKW Temelin ist am Montag Vormittag unerwartet abgeschaltet worden. Nach Angaben des AKW-Sprechers Milan Nebesar sei eine undichte Stelle auf dem Regulationsventil im nicht-atomarem Teil des Blocks aufgetreten. Das Personal sei dabei, die genaue Ursache der Panne zu suchen.

Nach der Behebung des Problems werde der Reaktor wieder auf volle Leistung hochgefahren, hieß es. Die Abschaltung des ersten Block kam nur einige Stunden nach dem Anschluss der Turbine im zweiten Block.

"Fasten-Container"

Die Temelin-Gegner wollen ihre Protestaktionen verstärken, es soll demnächst weitere Hungerstreiks geben, kündigte das Aktionskomitee "Stop Temelin" an. Bereits in den Weihnachtsfeiertagen hatten Atomgegner in einem Container auf dem Stadtplatz von Freistadt in Oberösterreich "gefastet".

Nach Beendigung dieser Aktion am 6. Jänner wurde via Internet eine so genannte "Hungerkette" gebildet, bei der sich Temelin-Gegner bereit erklärten, "privat" eine bestimmte Zeit zu "hungern". "Hunderte" Sympathisanten hätten auf diese Aufforderung reagierte, berichtete Josef Neumüller von "Stop Temelin".

Auf Grund des jüngsten Störfalls im AKW Temelin wolle man den Protest jetzt auch öffentlich wieder verstärken, kündigte Neumüller an. Geplant sei, den "Hungerstreik-Container" beispielsweise vor dem Umweltministerium oder der tschechischen Botschaft in Wien aufzustellen, möglicherweise aber auch vor den Toren des AKW in Temelin oder am Sitz der Energie AG in Linz. Ein Termin für ein weiteres "Protest-Fasten" wurden noch nicht genannt. (APA)