Der deutsche WAZ-Konzern hat im Zuge des Nachfolge-Zwists bei der "Kronen Zeitung" nun auch Hans Dichand im Visier. Das Nachrichtenmagazin "profil" zitiert in seiner aktuellen Ausgabe zwei entsprechende Schreiben vom Hälfte-Eigentümer an den Zeitungschef: Demnach vertritt man bei der WAZ die Ansicht, dass Dichand mit der Bestellung eines Chefredakteurs auch als Herausgeber und Hauptgeschäftsführer zurückzutreten habe. WAZ-Manager Erich Schumann übt laut "profil" außerdem harsche Kritik an der wirtschaftlichen Entwicklung der "Kronen Zeitung".

"Katastrophale wirtschaftliche Situation"

"Die katastrophale wirtschaftliche Situation ist mehr als ein Konjunktureinbruch", schrieb Schumann demnach an Dichand. "Die Schere zwischen Kosten und Erträgen bei der 'Krone' läuft dramatisch auseinander. Sie haben diesen Prozess zu verantworten und steuern nicht wirksam gegen." Bei der WAZ will man jedenfalls nun "alle rechtlichen Schritte einleiten, Ihre Abberufung als Hauptgeschäftsführer zu sichern", so Schumann laut "profil". Die "Financial Times Deutschland" berichtete am Montag, dass in der WAZ von einem Einbruch der "Krone"-Rendite von über 20 Prozent auf einen niedrigen einstelligen Satz die Rede sei.

"Zeitungskrieg"

Auch andere internationale Medien widmeten sich dem "Zeitungskrieg", wie es vielerorts heißt, zwischen Wien und Essen (siehe dazu: Pressestimmen: "Rosige Zeiten für Österreich"). Der "Tagesspiegel" zog am Sonntag gleich einen Vergleich mit der historischen Schlacht um Königgrätz. Die englische "Financial Times" sieht indes amüsanten Zeiten entgegen: "Hans Dichand (...) ist es gewohnt, seinen Willen durchzusetzen. Eine sich abzeichnende Schlacht mit der WAZ sollte sich daher als unterhaltsam erweisen." (APA)