Genf - Gegen den Widerstand der USA hat die UN-Menschenrechtskommission am Montag eine libysche Diplomatin zur Präsidentin des Gremiums gewählt. In der geheimen Abstimmung sprachen sich 33 Länder für Nadschat el Hadschadschi aus, drei stimmten gegen sie und 17 enthielten sich. Die USA hatten erklärt, Libyen verstoße gegen die Menschenrechte und habe es daher nicht verdient, die Arbeit der Kommission zu leiten.

Die afrikanischen Länder, die derzeit den Vorsitz der Menschenrechtskommission innehaben, hatten die Diplomatin nominiert. Es war das erste Mal, dass über die Nominierung einer regionalen Gruppe abgestimmt wurde. Der südafrikanische Botschafter Sipho George Nene sagte, es sei bedauerlich, dass die USA diesen Weg gewählt hätten. "Das Recht der regionalen Gruppen, einen Kandidaten ihrer Wahl vorzustellen, sollte respektiert werden", erklärte er. Die nächste Sitzungsperiode der Kommission beginnt im März.

Kanada hatte angekündigt, es werde sich wie die USA gegen Hadschadschi aussprechen. Aus Diplomatenkreisen verlautete, einige europäische Länder wollten sich der Stimme enthalten, um das Arbeitsklima in der Kommission nicht zu stören. Menschenrechtsvertreter zeigten sich empört über die Kandidatur Libyens. Die USA haben derzeit in der Kommission nur Beobachterstatus, nachdem sie im vergangenen Jahr erstmals seit 1947 von dem Gremium ausgeschlossen worden waren. Mit Beginn der diesjährigen Sitzungsperiode sind sie jedoch wieder als Vollmitglied dabei.(APA/AP)