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Wien - Dem Beispiel der AUA folgend, die ab April eine Ticketgebühr von 18 Euro bzw. acht Euro bei elektronischer Buchung einhebt, werden die österreichischen Reisebüros bald auch für Buchungen bei anderen Airlines eine Ticketgebühr verlangen. Experten sehen den Schritt der AUA freilich als indirekte zweiprozentige Preiserhöhung, da eine Anhebung der Ticketpreise am Markt nicht möglich ist.

Nach der AUA haben nämlich nun auch Lufthansa, KLM, SAS, Alitalia etc. ihre Provisionsverträge mit den heimischen Reisebüros gekündigt. KLM hebt bereits seit einem halben Jahr eine Gebühr ein. Bisher bekamen die Reisebüros von den Fluglinien meist eine siebenprozentige Basisprovision. Analog zur AUA dürften die anderen Airlines den Satz nun ebenfalls auf fünf Prozent reduzieren. Derzeit laufen Verhandlungen über eine Neuregelung. "Kommt es zu einer Kürzung auf fünf Prozent und einer Ticketgebühr, werden wir damit leben können, ohne Ticketgebühr nicht", sagt Verkehrsbüro-Vorstand Norbert Draskovits zum STANDARD.

Das Verkehrsbüro wird - wie die AUA - bei allen Ticketausstellungen eine Gebühr von 17 oder 18 Euro einheben. Im Onlinebereich wird es einen sieben- bis acht-prozentigen Aufschlag geben, sagt Draskovits. Weil Billigairlines wie Ryanair den Reisebüros keine Provisionen zahlen, verlangt das Verkehrsbüro für eine Ryanair-Buchung 35 Euro. Diese liegt mitunter deutlich über dem tatsächlichen Ticketpreis.

Der Asien-Spezialist Taipan ist - wie alle Veranstalter - von der neuen Ticketgebühr nicht betroffen. Taipan-Geschäftsführer Günter Krause: "Für uns ändert sich der Nettobetrag, zu dem wir ein Ticket einkaufen, nicht."

Betroffen von der neuen Ticketgebühr sind Kommerz-und Privatkunden, die entweder direkt bei der Fluglinie oder via Reisebüro ein Flugticket kaufen. Experten sehen in der Ticketgebühr den Wunsch der Airlines, die Kunden direkt an sich zu binden und mittelfristig die Reisebüros auszuschalten. Denn auch der neue Vertrag mit einer fünfprozentigen Provision sei nur auf drei Jahre abgeschlossen. "Künftig werden auch bei uns (wie schon in den USA seit langem üblich) die Airlines den Reisebüros keine Provisionen mehr zahlen und die Reisebüros von den Gebühren leben müssen", betonten Experten. Denn das Buchen eines Tickets und die Ausstellung eines Kupons kann heute jede Sekretärin, dazu bedarf es keines Reisebüros mehr, wird argumentiert. Der Trend geht dahin, dass die (Groß-)Kunden nicht mehr um einen Rabatt feilschen, sondern um die Ticketgebühren. (DER STANDARD, Printausgabe vom 25./26.1.2003)