Die vom steirischen Leiterplattenhersteller AT&S am Montag veröffentlichte Gewinnprognose für das per Ende März zu Ende gehende Geschäftsjahr 2002/03 entspricht weitgehend den Erwartungen der Bankexperten. In den aktuellsten Analysten-Berichten von Oktober/November 2002 wird mehrheitlich mit einem Gewinn pro Aktie (EPS) von 30 Cent gerechnet, die Schätzung der Erste Bank belief sich auf 35, jene der RCB auf 28 Cent.

AT&S hat am Montag eine Gewinnerwartung von 30 Cent veröffentlicht sowie eine Umsatzerwartung von 275 Mio. Euro bekannt gegeben. 2001/02 hatte der EPS nach der Schließung des AT&S-Werks in Augsburg lediglich 5 Cent betragen. AT&S notierte am Montag gegen 11.15 Uhr um etwa 0,5 Prozent höher bei 9,30 Euro.

Als einen Grund für die deutliche Steigerung des EPS gegenüber 2001/02 gibt AT&S ein zufriedenstellendes Weihnachtsgeschäft sowie das Ausbleiben eines Auftragseinbruchs nach dem Jahreswechsel an - wie dies etwa im vergangenen Jahr stattgefunden hatte. Weiters habe man in den vergangenen Wochen Neukunden gewinnen können, die erste Aufträge bereits positioniert hätten, sagte AT&S-Sprecher Reinhold Oblak am Montag. Der Produktionsanlauf im neuen Werk in Shanghai gestalte sich plangemäß.

Die Krise der Leiterplattenindustrie sei freilich noch nicht vorbei, betont AT&S-Vorstandschef Willi Dörflinger in einer Unternehmensmitteilung am Montag. Im kommenden Jahr werde sie sich "weiter zuspitzen und verschärfen", die Preise würden um weitere 10 Prozent fallen. AT&S rechnet nach einem Stagnationsjahr für 2003/04 damit, wieder mehr Umsatz in einer nicht bezifferten Größenordnung zu machen. Trotz der massiven Investitionen in China werde man "nachhaltig Gewinne" schreiben.(APA)