Nairobi/Abidjan/Monrovia - Der Konflikt im westafrikanischen Krisenstaat Cote d'Ivoire (Elfenbeinküste) hat heute, Montag, auf das Nachbarland Liberia übergegriffen. Wie der private Radiosender des liberianischen Präsidenten Charles Taylor meldete, überfielen bewaffnete Rebellen vom Nachbarland aus den Grenzort Beam und nahmen ihn ein. Taylors Regierung sprach von einer ernsthaften Verletzung der Integrität des Landes und drohten, die Eindringlinge zu vertreiben. Unklar blieb zunächst, wer hinter dem Angriff steckt.

Der Anschlag ereignete sich, während ivorische Rebellen und Regierungsvertreter in Paris über eine Beilegung des vier Monate alten Konflikts berieten. Frankreich spielt als frühere Kolonialmacht die Vermittler-Rolle bei den etwa zehntägigen Gesprächen.

In Togo trafen am Montag Vertreter der Westafrikanischen Wirtschaftsgemeinschaft (Ecowas) zu einem Gipfel zusammen. Sie wollen dort über die Stationierung von Soldaten ihrer Eingreiftruppe (Ecomog) in dem Krisenland sprechen. Die Gemeinschaft hatte sich im November auf die Entsendung von 2000 Soldaten geeinigt, diese Truppen aber bisher nicht zusammen bekommen.

2500 französische Soldaten überwachen derzeit die schon im Oktober zwischen der Regierung und einer Rebellengruppe vereinbarte Waffenruhe, die allerdings mehrfach gebrochen wurde. Seit Beginn der Kämpfe im September 2002 sind nach UNO-Angaben mehr als eine Million Menschen vertrieben worden. Die Rebellen fordern den Rücktritt von Präsident Laurent Gbagbo und vorgezogene Neuwahlen.(APA/dpa)