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Najat Al-Hajaji

Foto: APA/EPA/Sandro Campardo

Genf - Gegen den Widerstand der USA hat die UN-Menschenrechtskommission am Montag eine libysche Diplomatin zur Präsidentin des Gremiums gewählt. In der geheimen Abstimmung sprachen sich 33 Länder für Najat el Hajaji aus, drei stimmten gegen sie und 17 enthielten sich. Die USA hatten erklärt, Libyen verstoße gegen die Menschenrechte und habe es nicht verdient, die Arbeit der Kommission zu leiten. Die afrikanischen Länder, die den Vorsitz der Menschenrechtskommission innehaben, hatten die Diplomatin nominiert. Es war das erste Mal, dass über die Nominierung einer regionalen Gruppe abgestimmt wurde.

Südafrikas Botschafter Sipho George Nene sagte, es sei bedauerlich, dass die USA diesen Weg gewählt hätten. Kanada hatte angekündigt, es werde sich wie die USA gegen Hajaji aussprechen. Aus Diplomatenkreisen verlautete, einige europäische Länder wollten sich der Stimme enthalten. Menschenrechtsvertreter zeigten sich empört über die Kandidatur Libyens. Die USA hatten erklärt, Libyen dürfe nicht für sein "schreckliches Verhalten" belohnt werden. Gegen das Land bestehen immer noch Sanktionen im Zusammenhang mit dem Anschlag auf ein Flugzeug über dem schottischen Lockerbie. (DER STANDARD, Printausgabe, 21.1.2003, AP, Reuters)