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Die österreichischen Mobilfunkanbieter haben 2003 viel vor.

Foto: Reuters/Archiv

Wien - Mit Zuversicht geht die österreichische Mobilfunkbranche in das neue Jahr 2003. Der Branchenführer Mobilkom plant die weitere Expansion in Südosteuropa. T-Mobile Austria (früher max.mobil) setzt auf neue Kunden-Services und will seine Marke noch mit mehr Inhalten füllen. One will mit Tele2 einen zusätzlichen "virtuelen Betreiber" auf sein Netz bringen. Tele.ring will als "Hofer" der heimischen Mobilfunklandschaft mit dem günstigsten Preis punkten. Und die Hongkonger Hutchison will noch im ersten Halbjahr als mobiles Multimedia-Unternehmen mit einem komplett neuen Konzept auf den Markt kommen.

"Enormes Potenzial"

Wie Klaus Stadlbauer, Leiter des internationalen Geschäfts in der Mobilkom-Gruppe, am Rande des IIR-Kongresses "Mobilfunkmarkt 2003" in Wien erklärte, plane sein Unternehmen eine weitere Aufstockung der Anteile an der kroatischen VIPnet (derzeit 71 Prozent). Zudem hoffe die Mobilkom "sehr", noch in diesem Jahr in eines der Länder Serbien, Bosnien-Herzegowina, Albanien, Bulgarien und Rumänien zu expandieren. Die Mobilkom sehe in dieser Region jedoch "enormes Potenzial".

UMTS

Als deklarierter Technologierführer will die Mobilkom außerdem in allen Ländern, in denen sie aktiv ist, neue Techologien als erster Einführen - in Österreich, wie berichtet, im April UMTS. Auch die Konkurrenz plant den UMTS-Start in diesem Jahr. Die Chancen bewerten alle vier allerdings unterschiedlich.

Neue Services

Nach Ansicht von T-Mobile Austria-Chef Georg Pölzl werden sich die neuen Mobilfunkdienste nur langsam durchsetzen. T-Mobile will mit UMTS erst im zweiten Halbjahr starten, wenn ausreichend UMTS-Handys am Markt sind. Die "kommerzielle Relevanz von UMTS" sieht Pölzl erst 2004. Die Umsatzerwartung für die neuen Datenservices, die mit UMTS kommen sollen, hat T-Mobile gegenüber 1999 für die nächsten Jahre um 10 Prozent heruntergeschraubt. Da die Umsätze aus der Sprachtelefonie entgegen den damaligen Erwartungen aber nun weiter leicht steigen sollen, gehe T-Mobile insgesamt mittel- bis langfristig von einem höheren Umsatzwachstum aus als bisher, so Pölzl.

One setzt auf Datendienste

Bei One hingegen sieht man die Umsätze in dem mit rund 80 Prozent Marktdurchdringung weitgehend gesättigten Markt derzeit eher stagnierend. Der Fokus liege im Moment auf mobilen Datendiensten. Schon 2002 hätten 300.000 Kunden mobil Internetdaten abgefragt, so One-Marketing-Chef Christian Czech. Partnerschaften gebe es nicht nur bei der Netzwerknutzung mit dem virtuellen Betreiber Tele2, sondern auch mit Inhalteanbietern, Softwareentwicklung und im Abrechnungsbereich auch mit den anderen Mobilfunkanbietern (ausgenommen Mobilkom).

tele.ring: Weniger Leistung - guter Preis

Wenig von neuen Datendiensten hält man hingegen derzeit bei tele.ring. "Der beste vom Kunden generierte Inhalt ist immer noch die Sprache", meinte tele.ring-Marketingchef Michael Krammer. "Location Based Services" (LBS) habe man mittlerweile wieder eingestellt. Stattdessen setze man auf Kostenreduktion, kündigte Krammer an. tele.ring will - wie Hofer im Lebensmittelbereich - mit weniger Leistung, dafür mit dem günstigsten Preis die Kunden anlocken und heuer damit einen "deutlich positiven Cash-Flow erzielen".

"Drei"

Umgekehrt nahezu ausschließlich auf Daten setzt man hingegen beim Hongkonger Konzern Hutchison, der unter der Marke "Drei" als fünfter Anbieter noch im ersten Halbjahr auf den heimischen Markt kommen will. "Drei", so Hutchison Austria-Chef Berthold Thoma, will sich als mobiler Multimedia-Anbieter positionieren und bei den Kunden mit bewegten Bildern - vor allem mit Video-Telefonie, Nachrichten, Unterhaltung und Internet - am Handy punkten. Während T-Mobile-Chef Pölzl den Access als Kerngeschäft sieht und nur zusätzliche Provision, keinesfalls aber die Datenübertragungsgebühren an Partner abtreten will, sieht Hutchison die Telekommunikation "definitiv nicht als Core-Business" an. Stattdessen will Hutchison gemeinsam mit Partnern ein neues Produkt gestalten. Handy-Gebühren sollen laut Thoma durch Werbung niedrig gehalten werden. (APA)