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Hugo Chavez: "In Venezuela tobt ein Krieg der Medien, ein politischer Krieg, ein wirtschaftlicher Krieg, ein moralischer Krieg"

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Caracas - Angesichts der innenpolitischen Krise in Venezuela sieht Staatschef Hugo Chavez sein Land nach 50-tägigen Protesten gegen ihn "im Krieg". In Venezuela tobe ein "Krieg der Medien, ein politischer Krieg, ein wirtschaftlicher Krieg, ein moralischer Krieg", sagte der linkspopulistische Präsident am Montag dem brasilianischen Fernsehsender Globo News. Chavez nahm Brasilien gegen Vorwürfe in Schutz, einseitig Partei für ihn ergriffen zu haben. Brasilien habe Venezuela angesichts der Versorgungskrise mit Öl und Lebensmitteln lediglich geholfen. Der brasilianische Präsident Luiz Inacio Lula da Silva will mit einer "Gruppe der Freunde Venezuelas" in Venezuela zwischen Regierung und Opposition vermitteln.

Chavez schlug die Gründung eines multi-nationalen Öl-Unternehmens namens "Petroamerica" vor. Dieser "OPEC Lateinamerikas" könnten die venezolanische Ölgesellschaft PDVSA, die brasilianische Petrobras sowie die Ölgesellschaften Perus, Kolumbiens, Ecuadors und von Trinidad und Tobago angehören. Durch den Generalstreik in Venezuela kam die Ölproduktion von PDVSA zeitweise praktisch zum Erliegen.

Der venezolanische Präsident wies erneut die Forderung der bürgerlichen Opposition nach vorgezogenen Neuwahlen zurück und warf seinen Gegnern "Konspiration, Terrorismus und einen Plan zum Sturz der verfassungsmäßigen Regierung" vor. Die Opposition will Chavez mit anhaltenden Protesten zu Fall bringen und Anfang Februar ein Referendum zur Absetzung des Staatschefs abhalten. Chavez lehnt dies kategorisch ab und verweist auf die Verfassung, nach der eine solche Volksabstimmung erst zur Hälfte seiner Amtszeit im August möglich wäre. (APA)