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Foto: APA/DPA/Roland Weihrauch

Weitere 37.000 US-Soldaten haben ihren Marschbefehl Richtung Golfregion erhalten. Washington/New York - Die USA und Großbritannien setzen ihren massiven Truppenaufmarsch am Persischen Golf fort und verlegen für einen eventuellen Krieg gegen den Irak rund 63.000 weitere Soldaten in die Region. Die US-Streitkräfte kündigten am Montag die Entsendung weiterer 37.000 Soldaten an. Darunter ist auch eine High-Tech-Division die als modernste und tödlichste der US-Armee gilt: Die "Kampfgruppe Eisernes Pferd". Laut "Spiegel" kommen allein 12.500 Soldaten von der 4. Infanteriedivision aus dem texanischen Stützpunkt Fort Hood. Sie sollen am Golf die "Kampfgruppe Eisernes Pferd" anführen. Die 4. Infanteriedivision ist eine High-Tech-Eliteeinheit mit modernsten Kampfpanzern und gilt als die modernste und tödlichste schwere Division der Armee.

Bei dieser Aktion handelt es sich um die bisher größte offiziell bestätigte Verlegung von Bodentruppen im Zuge des gegenwärtigen Aufmarschs. Während sich US-Verteidigungsminister Donald Rumsfeld gegen eine Verlängerung der UNO-Rüstungskontrollen im Irak ausgesprochen hat, deutete Frankreichs Außenminister Dominique de Villepin erstmals an, dass sein Land von seinem Vetorecht im UNO-Sicherheitsrat Gebrauch machen könnte.

Truppen werden von Eliteeinheit angeführt

Wie aus US-Regierungskreisen verlautete, werden die amerikanischen Truppen von der 4. Infanteriedivision aus Texas angeführt, die als Eliteeinheit gilt und über modernstes Kriegsgerät verfügt. Der britische Verteidigungsminister Geoff Hoon kündigte am Montag die Entsendung von weiteren 26.000 Soldaten in die Golfregion an. Dieser Schritt diene der Vorbereitung einer möglichen Militäraktion im Irak, sagte Hoon im Unterhaus in London. Die Soldaten würden in den kommenden Wochen in Marsch gesetzt, damit "die richtige Gruppe Streitkräfte für die Art Aufgaben, die möglicherweise nötig sind", bereit stehe.

Die USA haben nach einem Bericht der Zeitung "USA Today" bereits Geheimdienstagenten und Spezialtruppen auf den irakischen Machthaber Saddam Hussein angesetzt. Das Blatt zitiert ungenannte US-Geheimdienstmitarbeiter, die den Einsatz von paramilitärischen CIA-Einheiten und Spezialeinheiten im Irak sowie den Einsatz von Satelliten, Aufklärungsflugzeugen und Abhörtechnik bestätigten. Entweder solle der irakische Staatschef vertrieben, möglicherweise sogar getötet werden; oder er solle durch den Einsatz so eingeschüchtert werden, dass er von sich aus der Macht entsage. Ein CIA-Sprecher wollte den Bericht nicht kommentieren.

Rumsfeld gegen Verlängerung der UNO-Kontrollen

In einer Rede vor amerikanischen Reserveoffizieren in Washington wandte sich Rumsfeld gegen die Einschätzung, die Waffenkontrollore der Vereinten Nationen würden noch einige Monate benötigen, um festzustellen, ob der Irak seinen Verpflichtungen zur Abrüstung tatsächlich nachgekommen sei. "Die Beweislast liegt beim Irak", sagte Rumsfeld. Bisher sei die Führung in Bagdad den Forderungen der UNO nicht nachgekommen. Der britische Außenminister Jack Straw hat seinerseits vor dem UNO-Sicherheitsrat erklärt, die Zeit für Saddam Hussein laufe ab. Das "Versteckspiel" müsse ein Ende haben.

El Baradei: Inspektoren sind noch mitten in der Arbeit

IAEO-Chef Mohammed el Baradei sagte am Montagabend in Athen, die Inspektoren seien noch mitten in der Arbeit. Es sei noch mehr Zeit nötig, um sich über das irakische Waffenarsenal Klarheit zu verschaffen. Bei der Präsentation ihres Berichts am kommenden Montag vor dem Weltsicherheitsrat würden die Waffeninspektoren um eine Verlängerung der Kontrollen bitten, sagte el Baradei, der den Bericht zusammen mit Chefinspektor Hans Blix vorlegen wird. (APA/AP)