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Südkoreas Vereinigungsminister Jeong Se-hyun (re.) wartete am Dienstag in Seoul auf seinen Dinner-Partner: Nordkoreas Delegationschef Kim Ryong Song.

Foto: APA/EPA/AFP/ Yun Jai-Hyoung

Seoul - Eine nordkoreanische Delegation ist am Dienstag zu einer neuen Runde von Ministergesprächen mit Südkorea in Seoul eingetroffen. Das viertägige Treffen über eine Verbesserung der Beziehungen ist von der Krise um Nordkoreas Atomprogramm überschattet. Seoul will die Gespräche nutzen, um Nordkorea zur Aufgabe seines Atomprogramms zu überreden. Er wolle auch den südkoreanischen Präsidenten Kim Dae Jung und seinen bereits gewählten Nachfolger Roh Moo Hyun treffen, falls diese es wünschten, sagte der nordkoreanische Delegationschef Kim Ryong Song bei seiner Ankunft.

Die Gespräche seien "ein neuer Meilenstein in den Bemühungen beider Koreas, das Gipfelabkommen von 2000 zwischen Kim Dae Jung und Nordkoreas Machthaber Kim Jong Il zu verwirklichen". Vor der ersten offiziellen Gesprächsrunde auf Ministerebene an diesem Mittwoch wollten Unterhändler zunächst die Themenliste besprechen, sagte ein Sprecher des Vereinigungsministeriums in Seoul.

Die innerkoreanischen Versöhnungsgespräche fallen mit Beratungen zwischen Vertretern der USA und Südkoreas über Wege zur Beilegung der Krise wegen des nordkoreanischen Atomprogramms zusammen. Südkorea hofft, während der viertägigen Gespräche auch die Besorgnis über das nordkoreanische Atomprogramm zur Sprache bringen zu können.

Vertreter beider Seiten wollten am Dienstag eine Agenda für das Treffen zusammenstellen. Im Mittelpunkt der Gespräche sollten wirtschaftliche Projekte stehen, wie der Bau einer grenzüberschreitenden Eisenbahnlinie und ein Industriepark im Norden für Unternehmen aus dem Süden. Im Bemühen um eine friedliche Lösung des Atomstreits mit Nordkorea traf auch der US-Staatssekretär John Bolton am Dienstag zu Gesprächen in Seoul ein. Bolton hatte zuvor in Peking mit der chinesischen Führung verhandelt. Diese habe keine Einwände dagegen vorgebracht, den Atomstreit vor den Weltsicherheitsrat zu bringen, erklärte Bolton.(APA/dpa/AP)