Seoul - Im Bemühen um eine friedliche Lösung des Atomstreits mit Nordkorea ist der US-Unterstaatssekretär John Bolton am Dienstag zu Gesprächen in der südkoreanischen Hauptstadt Seoul eingetroffen. Boltons Besuch fällt zeitlich mit dem Beginn einer neuen Runde von innerkoreanischen Gesprächen auf Ministerebene zusammen. Bolton hatte zuvor in Peking mit der chinesischen Führung verhandelt. Diese habe keine Einwände dagegen vorgebracht, den Atomstreit vor den Weltsicherheitsrat zu bringen, erklärte der US-Emissär.

Nach der Ankunft von Bolton ist es in Seoul zu antiamerikanischen Protesten gekommen. Die Demonstranten vor der US-Botschaft warfen Bolton vor, Krieg auf die koreanische Halbinsel zu tragen. Washington wolle Südkorea dazu bringen, sich der harten Haltung gegen Nordkorea anzuschließen; außerdem gehe es bei dem Besuch Boltons um Unterstützung für einen möglichen Krieg gegen den Irak. Der US-Gesandte bringe "die dunklen Wolken des Krieges" mit, riefen die Demonstranten.

Vor seinem Besuch in Seoul hatte der US-Außenstaatssekretär in Peking mit Vertretern der chinesischen Führung gesprochen. China habe keine Einwände dagegen, den Atom-Streit vor den UNO-Sicherheitsrat zu bringen, sagte Bolton. Am Donnerstag wollte er nach Japan weiterreisen.(APA/AP)