Kuwait-Stadt/Kairo - Ein Unbekannter hat am Dienstag in Kuwait einen US-Amerikaner erschossen und einen zweiten lebensgefährlich verletzt. Die beiden Zivilisten im Alter von 47 und 51 Jahren arbeiteten im Auftrag des US-Militärs im amerikanischen Stützpunkt Camp Doha rund 20 Kilometer westlich von Kuwait-Stadt. Die US-Botschaft in Kuwait sprach von einem "terroristischen Angriff". Die Botschaft vertraue darauf, dass die kuwaitischen Behörden "mit starker Hand" ermittelten, um den Angreifer vor Gericht zu bringen, betonte Botschafter Richard Jones. "Wir sind bereit, bei der Fahndung mit allen Mitteln zu helfen."

"Verrückter Täter"

Die saudiarabische Regierung erklärte den bzw. die Täter für "verrückt". Die Tat zeige, dass es "Leute gibt, die verrückt genug sind, so etwas zu tun", sagte Prinz Faisal vor Journalisten in der ägyptischen Hauptstadt Kairo. Das Mitgefühl seiner Regierung gelte der Bevölkerung der USA. "Wir hoffen, dass die Beziehungen zwischen den beiden Ländern dadurch nicht beeinträchtigt werden", betonte der Außenminister.

Der Täter, der eine Kalaschnikov-Maschinenpistole benutzte, nahm den Wagen der beiden Männer am Morgen an einer Schnellstraße in der Nähe des Stützpunktes unter Feuer. Der 51-jährige Michael Reneh war sofort tot, sein 47-jähriger Begleiter David Karough erlitt zahlreiche Schusswunden. Nach Polizeiangaben wurde zunächst niemand festgenommen. Die kuwaitischen Sicherheitskräfte befragten jedoch mehrere Augenzeugen. Gesucht würden ein oder zwei Täter. Insgesamt seien 20 bis 24 Schüsse abgefeuert worden.

In den vergangenen vier Monaten hatte es bereits mehrere Angriffe auf Amerikaner in Kuwait gegeben, bisher waren die Opfer aber nie Zivilisten gewesen. Einige der Attentäter wurden dem Umfeld der Terrororganisation El Kaida zugerechnet.

In Kuwait sind derzeit fast 20.000 amerikanische Soldaten stationiert. Vor einigen Tagen hatten die kuwaitischen Behörden einen Soldaten der kuwaitischen Nationalgarde unter dem Verdacht festgenommen, er habe gemeinsam mit anderen Kuwaitern und dem irakischen Geheimdienst geplant, amerikanische Soldaten in dem Golf-Emirat zu vergiften. Im vergangenen November waren zwei US-Soldaten von einem mutmaßlichen islamistischen Extremisten aus dem Hinterhalt beschossen und schwer verletzt worden. Im Oktober starb ein weiterer US-Soldat bei einem Attentat auf der kuwaitischen Insel Failaka. (APA/dpa/AFP)