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Andre Agassi war in Melbourne die Souveränität in Person. Während des gesamten Turniers gab er einen einzigen Satz ab

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Melbourne - Andre Agassi hat am Sonntag in Melbourne zum vierten Mal die Australian Open gewonnen. Der US-Amerikaner ließ vor 15.000 Zuschauern in der Rod-Laver-Arena im wohl kürzesten und einseitigsten Endspiel des ersten Grand Slam Turnier des Jahres dem Deutschen Rainer Schüttler nicht den Hauch einer Chance und gewann 6:2,6:2,6:1. Für Agassi ist es bereits sein achter Grand Slam-Titel.

Man konnte Schüttler kaum einen Vorwurf machen, denn Agassi agierte einfach in einer anderen Liga. Er schaffte insgesamt acht Breaks und dominierte die Partie mit 80:43 Punkten. "Es geht nicht viel schlimmer", rief Schüttler nach zwei Sätzen völlig entnervt und gab nach der Partie zu, dass "ich vom ersten Punkt an keine Chance hatte. Im Moment ist Andre sicher der beste Spieler der Welt."

"Habe den Ball gut getroffen"

Diese Einschätzung wollte sogar der bescheidene Agassi nicht einfach so dementieren: "Ich kann zumindest sagen, dass ich in den vergangenen beiden Wochen den Ball so gut getroffen habe wie noch nie zuvor." Und das bedeutet bei ihm in Anbetracht seiner nunmehr fast 17-jährigen Karriere ja doch einiges. In sieben Partien hat er nur einen Satz verloren, ab dem Achtelfinale gab in keinem Satz mehr als drei Games ab.

"Das Jahr ist jetzt schon in jedem Fall ein Erfolg für mich", meinte Agassi nach dem ersten gemeinsamen Titel mit Coach Darren Cahill, den er diesem und seinem Konditionstrainer und Vertrauten Gil Reyes widmete. "Darren hat mich im Februar 2002 übernommen, als nach meiner Handgelenksverletzung meine Karriere in Gefahr war. Und ohne Gil, der schon 14 Jahre mit mir arbeitet, wäre ich nicht zur Hälfte der Profi und nicht zur Hälfte der Mensch, der ich heute bin." Und das soll noch länger so bleiben: "So lange mein Körper und Geist mitmachen und ich mir zutraue, die wichtigen Turniere gewinnen zu können, sehe ich keinen Grund aufzuhören."

"Versuche zu lernen"

Die Entwicklung Agassis vom langhaarigen Paradiesvogel zum glatzköpfigen Familenvater ist erstaunlich. "Ich versuche immer, zu lernen. Aber mein Spiel ist darauf aufgebaut, mich anzupassen. Ich habe einige Möglichkeiten. Ich kann mit Spin spielen, mit Winkeln, mit Tempo, mit Kraft, ich kann den Ball früh nehmen, ich kann das Tempo aus dem Spiel nehmen, ich kann sogar häufig angreifen, wenn ich es brauche. Mein Spiel zwingt mich dazu, immer nachzudenken. Und ich hatte in all den Jahren viele Partien, aus denen ich lernen konnte."