Zagreb - Kroatien wird im Februar das Beitrittsansuchen an die EU abgegeben. Das erklärte der kroatische Ministerpräsident Ivica Racan Montag Abend während eines Besuchs in Berlin, der ersten Station einer EU-Werbetour der kroatischen Regierung. "Es ist noch nicht sicher, ob wir den Antrag am 18. Februar in Athen oder am 25. Februar in Brüssel abgeben werden", sagte Racan nach einem Treffen mit dem deutschen Bundeskanzler Gerhard Schröder.

Der kroatischen Delegation gehören Präsident Stipe Mesic, Regierungschef Ivica Racan, Außenminister Tonino Picula und der Minister für Europäische Integration Neven Mimica an. In weiterer Folge sind auch Reisen nach Brüssel, Paris, London, Madrid, Rom, Athen - Griechenland hat derzeit den EU-Vorsitz inne - und Wien geplant. Stolpersteine

Bei den EU-Ambitionen Kroatiens könnten aber unter anderem noch offene Fragen der Rechtsangleichung, die Problematik der Flüchtlingsrückkehr und die Zusammenarbeit mit dem UNO-Kriegsverbrechertribunal in Den Haag zu Stolpersteinen werden. Dabei ist insbesondere der "Fall Bobetko" weiter brennend aktuell.

Kroatien hatte im September die Auslieferung des früheren Generalstabschef Janko Bobetko mit dem Argument verweigert, dass dieser zu krank für einen Transport nach Den Haag sei. Vergangenen Mittwoch hatte ein Ärzteteam des UNO-Tribunals den General in Zagreb untersucht und die Krankenunterlagen durchgesehen. Ein Ergebnis wird in den nächsten Tagen erwartet. (APA/Hina)