Madrid/Kopenhagen - Ungeachtet aller Warnungen von Umweltschützern ist vor der Küste Spaniens am Dienstag erneut ein Öl-Schiff gesunken. Das mit tausend Tonnen Öl beladene spanische Tankschiff kenterte zwischen Gibraltar und dem spanischen Hafen Algeciras. Der Kapitän kam ums Leben.

Ein Quadratkilometer Öl

Gut zwei Monate nach dem Untergang des Öltankers "Prestige", aus dem nach wie vor täglich rund achtzig Tonnen Schweröl ins Meer laufen, sank vor der südspanischen Küste die vierzig Meter lange "Spabunker IV". An der Unglücksstelle nahe der britischen Kolonie Gibraltar bildete sich nach Angaben der Behörden ein Ölteppich von einem Quadratkilometer.

Die Verschmutzung soll durch den Treibstoff des Schiffes verursacht worden sein. Die Ladung von rund tausend Tonnen Öl soll sich nach Angaben von Tauchern noch an Bord befinden. Der Kapitän wurde tot geborgen, die zwei Besatzungsmitlieder wurden gerettet.

Spezialschiff beordert

Die spanische Regierung beorderte ein Spezialschiff, das bisher die "Prestige"-Ölpest an der Nordküste bekämpft hatte, in die Meerenge von Gibraltar. Das havarierte Schiff lag kieloben fünfzig Meter tief auf dem Meeresgrund. Es war zum Betanken von Schiffen im Hafen von Algeciras eingesetzt worden. Zum Schutz der Küste sollten Öl-Barrieren errichtet werden.

Großtanker gestoppt

Der in Liberia registrierten Großtanker "Kapitän Stankow" wurde unterdessen von einem dänischen Lotsen in der Ostsee gestoppt. Das in den Großen Belt eingefahrene Schiff verfügt wie die "Prestige" nur über eine einfache Außenwand. Die "Kapitän Stankow" befand sich auf der Fahrt von Estland zum belgischen Hafen Antwerpen. Der Kapitän willigte ein, den nächstgelegenen Hafen Gedser anzulaufen, obwohl er dazu in internationalen Gewässern nicht verpflichtet ist.

Einen Tag vor den Vorfällen hatte Greenpeace eindringlich vor Gefahren sowohl vor Gibraltar als auch in der viel befahrenen Kadetrinne gewarnt. Vor der britischen Kolonie nahm die Polizei während einer Protestaktion der Umweltschützer sechs Greenpeace-Mitglieder und 14 spanische Reporter einstweilen fest. Vier Aktivisten befanden sich am Dienstag weiterhin in Haft. Madrid erhob in London offiziellen Protest und verlangte eine Erklärung für die Festnahmen. (APA/dpa)