Im Scheckkartenformat mit allen Informationen versehen - so sehen die neuen Ausweise der Bürger der ehemaligen portugiesischen Überseeprovinz Macau aus. Mit der Ausgabe der High-Tech-Chipkarten an die 460.000 Einwohner der chinesischen Sonderverwaltungsregion wird nach Auskunft der Chipkartenhersteller Siemens und Giesecke & Devrient jetzt begonnen.

E-Government

Um Vorgänge zwischen Behörden und Bürgern künftig auch über das Internet erledigen zu können, setzt Macau auf E-Government. Die Nutzung öffentlicher Dienstleistungen soll einfacher, komfortabler und sicherer werden. Als Kern der neuen Infrastruktur ist ein multifunktionaler Bürgerausweis im Scheckkartenformat vorgesehen. In vier Jahren wird jeder Bürger von Macau eine dieser fälschungssicheren ID-Cards besitzen. Die Besitzer identifizieren sich dabei mit ihrem Fingerabdruck, wobei der Datenchip gegen Angriffe von Hackern und Kopierversuche geschützt ist. Nach Angaben von Siemens nimmt Macau in Asien damit eine Vorreiterposition ein.

Passbild, Unterschrift und Zugangsschlüssel

Die neuen E-Cards enthalten ein Passbild, die Unterschrift der Besitzer und den individuellen Zugangsschlüssel zum System. Von öffentlichen Terminals aus können die Bürger dann Anträge bei Behörden stellen. Unter dem Schlagwort "Bürgerfreundlichkeit" ist eine Reihe von Anwendungen geplant, die die kommunale Verwaltung effizienter machen sollen. So soll die Chipkarte in Zukunft nicht nur als Ausweis, sondern auch als Führerschein, Krankenversicherungskarte, Studenten- und Sozialversicherungsausweis und später vielleicht sogar als elektronische Geldbörse dienen. Für den Aufbau und für die Verwaltung und Verteilung der High-Tech-ID-Card wurde ein Trust Center als zentrale Stelle eingerichtet. Dort werden nach Angaben der Hersteller und Behörden die persönlichen Daten sicher behandelt und verwahrt. Der Schritt zum "gläsernen Bürger" ist damit wieder um eine Stufe näher gerückt.

Siemens ist mit dem Design, der Implementierung der gesamten IT-Infrastruktur und der Systemintegration beauftragt worden. Giesecke & Devrient liefert als Subunternehmen die Systeme für die Chipkarten, die PIN-Personalisierung sowie für Schlüssel- und Kartenmanagement und die Karten selbst.(pte)