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Wien - Auch wenn derzeit grippale Infekte und - noch sehr vereinzelt - die Influenza grassiert: Auf den Schutz gegen die Frühsommer-Meningo-Enzephalitis (FSME; "Zeckenkrankheit") sollte in Österreich niemand vergessen. Das erklärten am Dienstag Fachleute bei einer Pressekonferenz in Wien.

"Im Jahr 2002 wurden sechzig FSME-Fälle hospitalisiert - auch aus Tirol und Vorarlberg. Kinder und Jugendliche waren betroffen. Die Steiermark und Oberösterreich liegen wieder im Spitzenfeld. Im Jahr 2002 wurden neunzig Prozent aller Fälle - in Summe 54 - in der Generation '30 Plus' registriert, wobei mehr als die Hälfte - 52 Prozent - die Altersgruppe über fünfzig Jahre betraf. (...) Fazit: Ab dem 30. Lebensjahr müssen die Impflücken noch geschlossen werden", erklärte Univ.-Prof. Dr. Franz X. Heinz vom Institut für Virologie der Universität Wien.

Erfolge enorm

Hatte es 1979 - vor Beginn der FSME-Impfkampagnen - in Österreich noch 677 Erkrankungen gegeben, so sind die Erfolge mit der Immunisierung enorm: Im Jahr 2000 waren es sechzig Fälle, 2001 dann 54 und im vergangenen Jahr schließlich sechzig. Die Sitution ist stabil. Im Gegensatz dazu wurden vergangenes Jahr in Tschechien bei einer vergleichbaren Zahl von Einwohnern 643 FSME-Fälle registriert (zwei Todesfälle, in Österreich keiner).

Der Erfinder des ersten breit anwendbaren FSME-Impfstoffes und Österreichs Virologie-Doyen Univ.-Prof. Dr. Christian Kunz wies besonders auf die Erfolge in Kärnten hin: "Dort gab es zwischen 1973 und 1982 im Durchschnitt pro Jahr 155 FSME-Fälle. In den vergangenen Jahren waren es nur noch jeweils vier im Durchschnitt."

Sorgen über Altersdurchschnitt

Den Experten machen vor allem Sorgen, dass von allen im vergangenen Jahr in Österreich registrierten FSME-Fällen nur sechs in der Altersgruppe bis dreißig Jahre verzeichnet wurden. Darunter befanden sich aber schwere Verläufe der tückischen Infektion. In der Altersgruppe 31 bis vierzig wurden zehn Erkrankungen registriert. Jeweils dreizehn Menschen erkrankten an der FSME in den beiden Zehn-Jahres-Altersgruppen zwischen 41 und sechzig Jahren. Zwölf Fälle wurden bei den 61- bis 70-Jährigen registriert. Sechs Patienten waren zwischen 71 und 80 Jahren alt. (APA)