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Foto: APA/epa/Diaz

Mehr als 40 tote Delfine sind nach Angaben von Umweltschützern in den vergangenen zwei Wochen an die Küste Südwestenglands angespült worden. Weitere 33 verendete Meeressäuger seien bereits im Dezember an den Stränden der Region gefunden worden, teilte die Whale and Dolphin Conservation Society (WDCS) am Dienstag in München mit.

Verletzungen durch Fischernetze

Alle Tiere hätten Verletzungen gehabt, die von Fischernetzen stammten. Die Delfine seien Beifangopfer der Hochseefischerei auf Barsch, Makrelen und Tunfisch mit Schlepp- und auch Stellnetzen.

"Spitze des Eisbergs"

Die gefundenen toten Delfine seien lediglich die "Spitze des Eisbergs" der jährlichen Beifangopfer, teilte die WDCS mit. Die meisten der in den Netzen getöteten Tiere werden laut WDCS nicht an die Strände gespült, sondern sinken auf den Meeresgrund. In der vergangenen Fangsaison seien von Januar bis April 2002 allein 300 tote Delfine an der französischen und mehr als 120 an der britischen Küste gefunden worden.

"Die Delfine ertrinken oder ersticken auf schmerzhafte und grausame Weise in den Netzen", kritisierte Alison Ross, Fischerei- Expertin der WDCS. "Offiziell will niemand ihren Tod als Beifang, aber alle Beteiligten nehmen es tatenlos in Kauf." Die Organisation verlangt von der Europäischen Union effektive Maßnahmen zur Verhinderung des Beifangs. (APA)