Belgrad - Ein Drittel serbischer Kulturdenkmäler im Kosovo sind vernichtet, beschädigt worden oder gefährdet. Das berichtete am Dienstag die Belgrader Tageszeitung "Blic" unter Berufung auf einen Bericht des Kosovo-Koordinierungsausschusses der jugoslawischen und der serbischen Regierungen. Dies gelte auch für mehr als die Hälfte serbisch-orthodoxen Kirchen, in welchen Gottesdienst abgehalten worden sei oder die sich in der Schlussbauphase befunden hätten, steht es ferner im Bericht.

"Die Vernichtung, Sprengung, Plünderung und Beschädigung waren vorgenommen worden, ohne dass die KFOR (internationale Friedenstruppen im Kosovo) in einer einzigen Region den Vandalismus am Kulturerbe Serbiens vorgebeugt oder verhindert hätte. Die Vernichtung von Denkmälern hatte ethnischen, aber auch religiösen Charakter", steht es ferner in dem Bericht.

"Bestimmte politische Kräfte"

Nach Ansicht des Belgrader Koordinierungsausschusses für den Kosovo ergibt sich daraus die Schlussfolgerung, dass "bestimmte politische Kräfte und Einheiten im Kosovo" Verbrechen gegen das Kulturerbe des serbischen Volkes, das von der Existenz seines Staates, seiner Kirche und der Kultur im Kosovo zeuge, absichtlich vergenommen hätten.

Zwischen Juni 1999, als im Kosovo internationale Friedenstruppen stationiert worden waren, und Mai 2001 waren im Kosovo nach Angaben offizieller Stellen in Belgrad von registrierten 179 serbischen Kulturdenkmälern 52 beschädigt oder vernichtet worden. In derselben Zeitspanne waren auch drei von 78 türkischen Denkmälern sowie zwei von 38 albanischen Kulturdenkmälern zerstört worden. (APA)