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foto: reuters/charisius

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Effekte der UMTS-Einführung.

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grafik: apa

Wien - Die neue Mobilfunkgeneration UMTS (Universal Mobile Telecommunications System) soll nicht nur den Mobilfunkern, sondern auch der österreichischen Volkswirtschaft neue Impulse bringen. Laut einer am Dienstag veröffentlichten und im Auftrag des Forum Mobilkommunikation (FMK) erstellten Studie des Beratungsunternehmens Trust Consult werden durch UMTS bis 2007 in Österreich 14.500 Arbeitsplätze geschaffen, 3 Mrd. Euro investiert, 1,2 Mrd. Euro für Marketing ausgegeben und Steuern und Abgaben von über 1 Mrd. Euro generiert.

Kommt es zu weiteren Verzögerungen, könnten den Unternehmen und der Volkswirtschaft allerdings ein UMTS-Nutzen von bis zu 7 Mrd. Euro und bis zu 5.000 Arbeitsplätze entgehen, so die Studie, die von künftig sechs heimischen Mobilfunkanbietern ausgeht.

Verzögerungen drohen nach einer Umfrage unter den Betreibern zum einen durch fehlende Anwendungen für die UMTS-Dienste (33 Prozent) und die mangelnde Akzeptanz der Endbenutzer (29 Prozent), zum anderen durch die unzureichende Verfügbarkeit ausreichender Standorte für Sendeanlagen (20 Prozent) und die fehlende Zuverlässigkeit und Verfügbarkeit der Handys. "Kommen mehrere dieser Verzögerungseffekte zusammen, sind die Mobilfunker diesen ausgeliefert", warnte FMK-Geschäftsführer Thomas Barmüller am Dienstag beim IIR-Kongress "Mobilkommunikation 2003".

Dabei, so Barmüller, würde der österreichischen Volkswirtschaft nicht nur die Investitionen entgehen, die zu zwei Drittel im Inland bleiben sollen. Bei den Mobilfunkern könnten dabei auch bis zu 3 Mrd. Euro Umsätze entfallen, bis zu 5.000 Arbeitsplätze könnten nicht geschaffen bzw. abgebaut werden und die öffentlichen Abgaben um die genannte 1 Mrd. Euro sinken.

Seine Kritik richtet das FMK vor allem gegen die restriktiven Vorgaben für den Netzwerkausbau in Wien und Salzburg. Spätestens ab 2005 - wenn das Datenvolumen um bis zu 50 Prozent ansteigt - würde die dann notwendige Netzwerkverdichtung mangels verfügbarer Standorte gefährdet, so Barmüller.

Problem sind nach wie vor die von Bundesland zu Bundesland unterschiedlichen Emissionsgrenzen. Während die Weltgesundheitsorganisation eine Emissionsobergrenze von 10.000 Milliwatt vorsieht, gelten in Salzburg eine Obergrenze von einem Milliwatt und in Wien von zehn Milliwatt.

Der oberste Telekom-Regulator Georg Serentschy plädierte am Dienstag am Kongress für bundesweit einheitliche Grenzwerte. Ziel müsse es sein einen allgemein gültigen Emissionsschutz zu schaffen.

Barmüller meint dazu: "Die Bundesländer, die die Abdeckung nicht haben wollen, werden sie nicht bekommen. Man kann niemanden zu seinem Glück zwingen." Chancen sieht er noch in der Olpympia-Bewerbung Salzburgs, die ein funktionstüchtiges UMTS-Netz in Salzburg eigentlich erforderlich mache.

Nach der anfänglichen Euphorie gelte UMTS nun als "der größte Flopp in der Wirtschaftsgeschichte", was keineswegs der Bedeutung der neuen Technologie für die Branche gerecht werde. Auch GSM sei Anfang der 90-er Jahre klar unterschätzt worden, als man noch von einer Marktdurchringung 2000 von 10 Prozent ausging. Tatsächlich sei die Penetration 2000 bei 57 Prozent gelegen, heute liege sie bei über 80 Prozent.

Die derzeit vier Mobilfunkbetreiber des Landes haben 2002 laut FMK knapp mehr als 3,5 Mrd. Euro umgesetzt, um rund 6 Prozent mehr als im Jahr davor. Die Investitionen sind demnach hingegen von 800 Mio. Euro auf 640 Mio. Euro reduziert worden. Die Zahl der Beschäftigten bei den Mobilfunkern ist um rund 9 Prozent von 7.032 auf 6.432 gesunken. (APA)