Bern - Von Ausländern würden in der Schweiz in politischen Diskussionen oder bei Abstimmungskampagnen wieder vermehrt Zerrbilder gezeichnet. Dies sagte der Präsident der Eidgenössischen Ausländerkommission (EKA), Francis Matthey, heute, Dienstag, in Bern. Er wies etwa auf ein Inserat der Zürcher SVP (Schweizerische Volkspartei) hin, das einen vermeintlich arbeitsscheuen Ausländer in einer Hängematte zeigt.

Solche Tendenzen "schockierten" die EKA-Mitglieder, sagte Matthey. Die Kommission habe sich deshalb vorgenommen, mit Sachinformationen gegenzusteuern. Die ausländische Bevölkerung stelle nämlich für die Entwicklung des Landes eine Chance dar, sagte der EKA-Präsident. Zurzeit lebten 7,2 Mio. Menschen in der Schweiz, ohne Ausländer wären es "nur 5,2 Millionen". Der tendenziell jüngere ausländische Bevölkerungsteil und dessen Zunahme bremse außerdem die Überalterung des schweizerischen, betonte Matthey. Wichtige Rolle für die Wirtschaft

In der Wirtschaft spielen die Arbeitnehmer ohne Schweizer Pass laut EKA-Präsident "eine wichtige Rolle". EKA-Vizepräsident Walter Schmid sagte, zum eingeschlagenen Weg der Integrationspolitik gebe es "keine Alternative". Sie allein garantiere den Zusammenhalt und das friedliche Zusammenleben in der Gesellschaft. Auch eine vereinfachte Einbürgerung und die damit erhaltene Möglichkeit der politischen Mitwirkung im Wohnland ist aus seiner Sicht wichtig.

Im November 2002 hatte die Schweizer Bevölkerung in einer Volksabstimmung mit dem knappen Ergebnis von 50,1 Prozent einen Antrag der SVP auf die Verschärfung der Asylgesetze abgelehnt. (APA/sda)