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Italiens Innenminister Giuseppe Pisanu

Foto: APA/EPA/ANSA/Schiavella

Rom - Rom will den in Italien lebenden gemäßigten Moslems einen Pakt zur Bekämpfung des fundamentalistischen Terrorismus vorschlagen. "In Italien wollen wir einen Islam fördern, der mit unseren Werten und Gesetzen verträglich ist. Um ein friedliches Zusammenleben zu fördern, muss die gemäßigte muslimische Gemeinschaft zu der totalitären Vision eines gewissen Teils des Islam auf Distanz gehen", sagte der italienische Innenminister, Giuseppe Pisanu, im Interview mit der römischen Tageszeitung "La Repubblica" (Dienstagsausgabe).

"Wir müssen den gemäßigten Moslems einen Plan vorlegen, der ihnen die Möglichkeit einer sofortigen Integration gibt. Die Extremisten müssen dagegen mit Strenge und Entschlossenheit bekämpft werden", sagte Pisanu. Er versuche im vielseitigen Firmament der moslemischen Gruppen in Italien glaubwürdige Ansprechpartner zu finden.

Noch immer Gruppen mit Verbindungen zur El Kaida

Italien habe dem islamischen Terrorismus einen starken Schlag versetzt, sagte Pisanu. In den vergangen Monaten seien 116 Mitglieder mehrerer in Italien aktiven fundamentalistischen Zellen festgenommen worden. Trotzdem seien Gruppen mit Verbindungen zum internationalen Terrornetzwerk El Kaida immer noch stark. Der Minister schloss nicht aus, dass es auch in Italien bald zu Terroranschlägen kommen könnte.

Der Dialog mit dem Islam sei ein Muss, da die Zahl der in Italien lebenden Moslems in den vergangenen Jahren mit der Immigration stark zugenommen habe, sagte der Minister. Zirka eine Million der in Italien lebenden Personen seien Moslems aus den verschiedensten Ländern. Angehörige der islamischen Religion machen 37 Prozent der Immigranten in Italien aus. (APA)