Prag - Der ehemalige tschechische Ministerpräsident und Präsidentschaftskandidat Milos Zeman wird an einer möglichen Direktwahl für das Präsidentenamt nicht teilnehmen. Das sagte der Sozialdemokrat (CSSD) zur tschechischen Nachrichtenagentur CTK heute, Dienstag. Am Freitag findet der zweite Versuch statt, einen Nachfolger von Vaclav Havel zu finden. Wenn dabei kein Präsident gewählt wird, gibt es eine dritte Wahl. Die Frage, ob Zeman auch dafür kandidieren würde, beantwortete er uneindeutig: "Lassen Sie uns Probleme lösen, wenn sie entstehen."

"Zeman konzentriert seine Kräfte jetzt darauf, in der zweiten Wahl gewählt zu werden", schreibt die CTK. Er habe am Dienstag mehrere CSSD-Politiker getroffen, um für deren Unterstützung zu werben. Auch Parteivorsitzenden und Ministerpräsidenten Vladimir Spidla sollte Zeman Dienstag noch sehen. Eigenen Angaben nach wolle er jedoch niemanden überzeugen, für ihn zu stimmen. "Ich werde (den Parteivorsitzenden) über meine Haltung informieren", sagte Zeman.

Am Freitag tritt Zeman gegen den ehemaligen Regierungschef und Kandidaten der konservativen Demokratischen Bürgerpartei (ODS) Vaclav Klaus an. Außerdem nominierten einige Senatoren die Senatorin, Ärztin und ehemalige Botschafterin Tschechiens in Australien, Jaroslava Moserova.

Sozialdemokraten würden Zeit ohne Präsident akzeptieren

Die in Tschechien regierenden Sozialdemokraten würde es nicht stören, wenn das Land eine Zeit lang keinen Präsidenten hätte. Das sagte der sozialdemokratische Arbeitsminister Zdenek Skromach (CSSD) heute, Dienstag, vor Journalisten in Prag. Am Freitag findet die zweite Präsidentenwahl auf der Prager Burg statt. Der ehemalige Ministerpräsident Milos Zeman tritt bei dieser Wahl als CSSD-Kandidat an.

Sollte bis 2. Februar - wenn die Amtszeit von Vaclav Havel endet - kein Präsident gewählt worden sein, würden dessen Aufgaben auf Ministerpräsident Vladimir Spidla und Unterhauschef Lubomir Zaoralek (beide CSSD) aufgeteilt, erklärte Skromach.

Skromach sagte auch, er befürchte, dass es für eine mögliche dritte Präsidentenwahl keinen CSSD-Kandidaten gebe. Alle Möglichkeiten seien bereits erschöpft worden. (APA/CTK)