Bild nicht mehr verfügbar.

Alfred Kolleritsch

Foto: APA/ Zehetleitner

"Lorenz träumt davon (er lag ja schon bei der Eröffnungsgala im Liegestuhl), Graz aus der Provinz weg nach Europa zu führen. - Warten wir es ab. Dieser ständig von ihm herausgehobene Traum hat selbst viel Provinzielles, vor allem die Selbstüberschätzung." Der Autor und "manuskripte"-Herausgeber Alfred Kolleritsch findet heute, Dienstag, in einem Beitrag in der Tageszeitung "Die Presse" starke Worte zu Wolfgang Lorenz, dem Intendanten von "Graz 2003 - Kulturhauptstadt Europas".

Literaturszene unberücksichtigt

Vorwürfe, die Grazer Literaturszene, wäre im Graz 2003-Programm zu wenig berücksichtigt worden, gibt es schon lange. Zuletzt hatte der ehemalige Grazer Kulturstadtrat Helmut Strobl in einem "Presse"-Interview gemeint, man wäre Kolleritsch vergeblich "nachgerannt", um ihn einzubinden: "Er hätte auch mithelfen können, Peter Handke für einen Stückauftrag zu interessieren."

Kolleritsch schildert nun die Vorgeschichte so: "Wie man hörte, war anfangs als Aufhänger für die Graz-Literatur (Graz war von außen her als Literaturstadt angesehen) eine Handke-Retrospektive geplant. Um näheres zu erfahren ging ich, als das Büro für 2003 eingerichtet worden war, zu Lorenz, von dem ich vernahm, Handke sei abgeblasen. Wortwörtlich: "Außerdem ist der 2003 längst schon im Narrenhaus!"

Kolleritsch: " ... nie offiziell betraut"

Von dieser Aussage weg (dem lorenzschen Literaturmaßstab) läßt sich Lorenz' Weg von der Literatur weg verfolgen." Kolleritsch wäre "Gott sei Dank nie offiziell damit betraut worden", in Sachen Handke aktiv zu werden, hätte aber "natürlich nach Lorenz' vorausschauender Diagnose auch keinen Finger gerührt."

Kolleritsch versichert: "Mir ist es nie um eine persönliche Einbindung in das Kulturhauptstadt-Programm gegangen. Ich war allerdings betroffen, daß die 'manuskripte' und ihre Autoren für Graz kein Thema waren." (APA)