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Jürgen Möllemann auf dem Weg zu seiner Anhörung.

Foto: REUTERS/Ina Fassbender

Düsseldorf - Der Auftritt des umstrittenen FDP-Politikers Jürgen Möllemann am Dienstagabend in einem Düsseldorfer Hotel hat dessen Position im Verfahren um seinen Ausschluss aus der Landtagsfraktion möglicherweise verschlechtert. Der Fraktionsvorsitzende der Liberalen im Landtag, Ingo Wolf, kritisierte am Mittwoch vor allem, dass Möllemann das von der Partei missbilligte Wahlkampfflugblatt bei dem Vortrag aufgelegt habe. Das sei "wenig hilfreich für die anstehenden Entscheidungen".

Möllemann habe seine innerparteilichen Querschüsse gegen die FDP-Führung fortgesetzt und seine Wortwahl sei zum Teil unangemessen gewesen, kritisierte Wolf. Zudem vermisse er eine klare Absage an eine Parteigründung. Möllemann hatte stattdessen seine Drohung mit einer Parteigründung eher verstärkt. Er sei "mehr denn je der Überzeugung, dass Deutschland eine viel größere, wirklich starke Partei der Freiheit braucht. Ob diese Partei die FDP sein wird, entscheidet sie in den nächsten Wochen selbst", sagte Möllemann am Dienstabend.

Wolf erinnerte daran, dass der Vortrag Möllemanns wenige Stunden nach einer Anhörung in der Landtagsfraktion gehalten worden sei, die am 4. Februar über den Ausschluss Möllemanns abstimmen muss. Es gebe zwischen Möllemanns Verhalten bei der Anhörung und dem Auftritt vor rund 350 geladenen Zuhörern am Abend einen "sehr starken Widerspruch", kritisierte der Fraktionschef. "Man muss fragen, ob das die richtige Art ist." (APA/AP)