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Beim Nato-Jubiläum im Jahr 1999 wurde ein Mann zum Staubsaugen eingesetzt - im österreichischen Alltag ist dies eher die Ausnahme. Hausarbeit bleibt weiter Frauensache.

Foto: APA/AFP/Joyce Naltchayan

Wien - "Der Samstag ist meistens so ein Tag, den der Vater nicht leiden mag. Es wirbelt der Staub, der Besen schwirrt, man irrt umher und wird verwirrt." Seit Wilhelm Busch diesen Vers geschrieben hat, ist in Sachen Hausarbeit wenig passiert. Noch immer erledigen Frauen mehr als doppelt so viel Hausarbeit wie Männer, und noch immer gehört diese Tätigkeit zu den unbeliebtesten, wie eine neue Umfrage beweist.

923 repräsentativ ausgewählte Menschen wurden vom Meinungsforschungsinstitut IMAS Anfang Jänner telefonisch zur Thematik befragt. Im Schnitt verbringen demnach Frauen 25 Stunden pro Woche mit Kochen, Putzen, Bügeln und Co. Österreichs Männern kommen dagegen nur auf 11,4 Wochenstunden. Die Häufigkeiten der Tätigkeiten sind dabei höchst unterschiedlich. Während immerhin 74 Prozent der Männer angaben, mindestens wöchentlich die Teller abzuwaschen, ist Bügeln Frauendomäne. Nur ein Viertel der Männer greift einmal pro Woche zum heißen Eisen, bei den Frauen sind es dagegen 80 Prozent.

Unbeliebt sind die haushaltlichen Pflichten bei beiden Geschlechtern. In der Negativrangliste ganz oben stehen Bügeln, Aufräumen und Staubsaugen. Alle Tätigkeiten werden von Männern deutlich widerwilliger ausgeübt als von Frauen. Vergleichsweise beliebt ist das Kochen: 78 Prozent der Bevölkerung bereiten sich ihr Essen gern zu.

Interessant ist ein Detailergebnis der Studie. Wie ungern eine Frau im Haushalt arbeitet, hängt nämlich von der Bildung und nicht von ihrem Alter oder etwaiger Berufstätigkeit ab. In den beiden letzteren Gruppen ist das Bild uneinheitlich. Klar hervorgetreten ist dagegen ein Punkt: Je höher die Bildung der Befragten, desto größer ihre Unlust.

Bei einem Kriterium sind übrigens die Männer jedoch voran. Falls sie doch einmal zu Staubsauger oder Bügeleisen greifen, sind sie bis zu 15 Minuten schneller wieder fertig. Ein möglicher Grund für IMAS-Chefin Gabriele Kaplitza: Herren nehmen es mit der Reinlichkeit nicht so genau.

Präsentiert wurde die Studie im Rahmen einer Pressekonferenz der Firma Electrolux. Das Unternehmen bietet seit Montag den "Trilobite" in Österreich an. Dieses 1599 Euro teure technische Wunderding ist ein automatischer Staubsauger, der sich selbstständig durch die Wohnräume bewegt und mittels Ultraschallsensoren Kollisionen vermeidet. (moe/DER STANDARD, Printausgabe, 22.1.2003)