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Innsbruck - Die anhaltende globale Erwärmung hat direkten Einfluss auf die Leiden von Pollenallergikern. Mit bis 1977 zurückreichenden Messreihen belegt der Innsbrucker Botaniker Sigmar Bortenschlager, dass die Blütezeiten der Pflanzen länger und intensiver geworden sind.

Erle, Hasel und Birke, die besonders aggressive Pollen, produzieren sowie einige Gräser beginnen in Innsbruck um bis zu 17 Tage früher als noch vor 20 Jahren zu blühen. Sie blühen zudem länger, und in den Pollenfallen wird pro Kubikmeter Luft die dreifache Menge an Pollen gezählt. Mitverantwortlich für diese Entwicklung ist, dass die durchschnittliche Erwärmung seit 1980 in Innsbruck 1,5 Grad beträgt, in der pollenrelevante Jahreszeit aber ein Plus von 2,6 Grad ausmacht. Vergleichsmessungen aus Obergurgl in 2000 Meter Seehöhe weisen die gleichen Tendenzen auf, obwohl die Erwärmung in der Höhe (0,4 bis 0,6 Grad) deutlich geringer als in den Tallagen ausfällt.

Allergikern empfiehlt Bortenschlager die verzögerte Vegetationsperiode im Gebirge zu nutzen und sich zumindest in der Freizeit möglichst hoch oben aufzuhalten, während es unten schon blüht. (hs/DER STANDARD, Printausgabe, 22.1.2003)