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Foto: APA/dpa/Jens Büttner

Ein Krieg um den Meinungsraum in den Köpfen, den man anderen nicht überlassen darf? Ein bisschen fighten um die globale Weltmeinung? Nichts Gesagtes darf ohne Antwort bleiben. Die Beteiligten, da sie nicht miteinander reden und sich von Helmut Zilk nicht zum Heurigen einladen lassen, kommunizieren übers TV.

Saddam nennt die Amerikaner die Mongolen der Gegenwart, George W. Bush wiederholt dann seinen Wunsch nach der Entwaffnung des Bösen, Waffeninspektoren-Chef Hans Blix verlangt mehr Zeit für die Suchbienen; Colin Powell gratuliert zu kleinen Fortschritten, sieht aber in der Substanz nicht Neues, was Krieg verhindern könnte.

Und? Dann geht es wieder von vorne los. Saddam, Bush, Powell, Blix. Etwas Tony Blair vielleicht, wenn Bush Pause macht. Dann und wann ein wenig Chirac. Ein Hauch von Schröder. Das Thema bleibt so in der Hitparade der TV-Themen in der Topposition. Venezuela hat da keine Chance, wenngleich auch da etwas los ist; nur Kim Jong-il, der Mann mit der seltsamsten Locke nicht nur Nordkoreas, schafft es, etwas Nachrichtenzeit zu ergattern, was auch wenig Freude macht.

Das Faszinierende: In der Substanz ist kaum was Neues zu hören, die variierte Wiederholung des immer Gleichen dominiert und nervt. Wobei man leider sagen muss, dass Saddams blumig-aggressiv dichtende Redenknechte für mehr Kurzweil sorgen als Bushs Sprachhelfer. (tos/DER STANDARD, Printausgabe, 22.1.2003)