Bild: apa/dpa/Stephanie Pilick

Nur am Bild verliert der Pinguin seinen wärmenden Flaum, in der Wirtschaftswelt geht es im besser als je zuvor.

Das freie Betriebsystem Linux hat sich mittlerweile als ein zentraler Bestandteil der Geschäftsstrategie vieler Unternehmen der Technologiebranche etabliert. Was als Projekt motivierter Computerfreaks begonnen hat, könnte nun auch bei der langerwarteten Erholung der gesamten Branche eine entscheidende Rolle spielen.

2003: Jahr des Pinguins

In seinen Vorhersagen für das Jahr 2003 glaubt das Marktforschungsunternehmen Gartner , dass Linux 2003 das am schnellsten wachsende Betriebssystem für Hochleistungsrechner bleibt und außerdem seinen Marktanteil auf neun Prozent verdoppelt.

Chance für AMD

Doch auch für den Chiphersteller AMD bietet Linux eine Chance. Denn die Fähigkeiten des neuen Opteron-Prozessors aus dem Hause AMD können nur von einem speziellen Linux-System ausgereizt werden. Microsofts Windows-Version für AMDs neuen Chip dürfte nämlich nicht rechtzeitig fertig werden. Dadurch steigen natürlich AMDs Chancen, den Marktführer Intel einzuholen. So scheint es unternehmerisch sinnvoll für AMD die Weiterentwicklung von Linux zu fördern. Zwar können durch die Open-Source Lizenzbestimmungen keine keine Rechte an dem Betriebssystem erworben werden, unterstützende Konzerne können aber davon ausgehen, dass das Betriebssystem auch in Zukunft kostenlos bleibt und in ihrem Sinne weiterentwickelt wird. Nicht ohne Grund eröffnet also Hector Ruiz, Chef von AMD, die dreitägige Branchenmesse Linux World Expo in New York.

Open Source nichts Neues

Doch eigentlich ist Open-Source-Software nichts Neues. "Viele Menschen glauben, dass es sich bei Open Source um eine revolutionäres neues Konzept handelt, doch in Wahrheit ist Open Source die Art und Weise, wie wir im Internet immer gearbeitet haben", sagt der Sicherheitsexperte Robert Ferrell, der sich seit den Tage des ARPA Nets mit Software Entwicklung beschäftigt, dem Branchenmagazin Wired . Nicht das Teilen von Code sondern die großen Firmen mit ihrer geschützten Software stellen eine neue Entwicklung dar, führt er weiter aus. „Wir haben schon Code ausgetauscht und darüber in Newsgroups diskutiert bevor Windows überhaupt existiert hat. Microsoft war also der Rebell im Softwarebereich, nicht Open Source.

Konkurrenz

Tatsächlich rechnet aber scheinbar auch Microsoft mittlerweile Linux als ernsthaften Mitbewerber und nicht mehr nur als "Krebsgeschwür". In Studien versuchte der Konzern Windows 2000 als billiger zu preisen als Linux, weil die Wartung preiswerter wäre, immer wieder tauchen Mails auf, die die Vorgehensweise des Software-Konzerns gegen OpenSource dokumentieren. Auch die Öffnung des Windows Quell-Codes für ausgewählte Nationalstaaten ist in diesem Licht zu sehen.(red)