Eisnstadt - Der drohende Irak-Krieg überschattet auch einen Kurs für ziviles Krisenmanagement, der am Montag im Friedenszentrum auf der Burg Schlaining begonnen hat. "Wir in der Europäischen Union haben Angst, dass tatsächlich ein Krieg in dieser Region ausbricht und große Probleme eröffnet", erklärte die Abteilungsleiterin für Konfliktverhütung und Krisenmanagement in der EU-Kommission, Maria McLoughlin, am Rande des ersten Kurstages gegenüber der APA. "Die Folgen eines Krieges wäre eine Destabilisierung der ganzen Region und deswegen haben wir vor, diesen Krieg bestens zu vermeiden." Zunächst gelte es aber, den Zwischenbericht von UNO-Waffeninspektor Hans Blix abzuwarten.

Nach Ansicht von Programmdirektorin Gudrun Kramer wäre eine "kohärente Meinung der europäischen Länder ganz wichtig". Sie könne sich eine Plattform nach dem Modell der früheren Konferenz für Sicherheit und Zusammenarbeit (KSZE) für den Nahen Osten vorstellen, sagte Kramer. Die Stabilität der Region werde "natürlich nicht besser", das Problematische an einem Irak-Krieg sei aber, dass es zu massivem Anti-Amerikanismus und Antisemitismus in dieser Region kommen würde.

Der Ausbildungskurs in Schlaining ist einer von vier Basiskursen innerhalb der EU. Bis Jahresende sollen europaweit 250 Experten im zivilen Krisenmanagement ausgebildet werden, die zusätzlich noch Spezialkurse zu den Themen Menschenrechte und Rechtsstaatlichkeit absolvieren können. Die 26 Teilnehmer aus Schlaining kommen aus 12 EU-Staaten sowie aus Litauen, Jugoslawien, Sierra Leone und Malawi.(APA)