Kairo - Die Palästinenser haben die neue Runde ihres "Nationalen Dialogs" unter ägyptischer Schirmherrschaft nach Streit um die Teilnehmerzahl um einige Tage verschoben. Die Volksfront für die Befreiung Palästinas (PFLP) sowie die radikalislamischen Organisationen Hamas und Dschihad hatten wenige Stunden vor dem geplanten Beginn der Gespräche am Mittwoch in Kairo erklärt, sie wollten abreisen, weil kleinere Gruppen wie die "Volksfront für die Befreiung Palästinas - Generalkommando" von Ahmed Jibril nicht eingeladen worden seien.

"Wir haben darüber mit unseren ägyptischen Brüdern diskutiert", erklärte PFLP-Sprecher Maher Taher auf Anfrage in Kairo. Man habe sich schließlich darauf geeinigt, auch Vertreter kleinerer Fraktionen einzuladen. Die Verhandlungen sollten nun erst beginnen, wenn alle Eingeladenen in Kairo eingetroffen seien. Die Palästinenser wollen in Kairo erneut über eine Strategie gegen die israelische Besatzung und einen möglichen vorübergehenden Stopp der Selbstmordattentate in Israel beraten. Seine Gruppe sehe wenig Sinn in einem einseitigen Waffenstillstand der Palästinenser, erklärte El Taher. "Solange die Besatzung andauert, ist der bewaffnete Widerstand unser legitimes Recht", sagte er.

Hamas und Islamischer Jihad nehmen an Palästinenser-Treffen teil

Kairo - Die radikal-islamische Hamas-Bewegung und der Islamische Jihad haben am Mittwoch ihre Teilnahme bei einem Treffen aller palästinensischen Gruppen in Ägypten angekündigt. Nachdem Kairo auch zwei in Damaskus ansässige Gruppen eingeladen habe, stehe dem nichts mehr im Wege, sagte Hamas-Sprecher Osama Hamdan am Mittwoch der Nachrichtenagentur AFP. Die Konferenz könne bereits am Donnerstagabend beginnen, sagte der Delegationsleiter der Volksfront für die Befreiung Palästinas (PFLP), Maher Taher. Ägypten bemüht sich seit Monaten, die Palästinenser-Gruppen zu einer gemeinsamen Haltung im Nahost-Konflikt und zu einem Ende der anti-israelischen Gewalt zu bewegen.

Kairo will gemeinsame Haltung in Nahost-Konflikt vermitteln

Zum ersten Mal träfen unter der Vermittlung eines arabischen Landes Vertreter aller Palästinenser-Gruppen zusammen, sagte Taher. Ziel sei es, die "nationale palästinensische Einheit und eine vereinigte Führung" zu erreichen. Zudem will Ägypten den Weg für gemeinsame Friedensgespräche mit Israel und die Bildung eines vorläufigen Palästinenserstaats freimachen. Zu den elf teilnehmenden Delegationen zählt auch die Fatah-Bewegung von Palästinenser-Präsident Yasser Arafat. Mehrere radikale Gruppen schlossen allerdings bereits einen grundsätzlichen Verzicht auf Anschläge kategorisch aus. (APA/dpa)