Bild nicht mehr verfügbar.

Hilmar "Hump-Dump" Kabas: "Wir sehen das sehr gelassen."

Foto: APA/Pfarrhofer

Wien - Kärnten zuerst. Der freiheitliche Landesparteichef Martin Strutz sorgt sich schon jetzt um die Realisierung von Verkehrsprojekten, die für Kärnten unbedingt notwendig seien. Wenn die FPÖ aus der Regierung fliegt, dann stünde es schlecht um den Bau der Koralmbahn, die Errichtung der Hochleistungsstrecke zwischen Klagenfurt und Villach, den zweigleisigen Ausbau der Tauernbahn, den Vollausbau der Pack sowie den Bau von zweiten Röhren für Katschberg- und den Tauerntunnel. Laut Strutz habe die FPÖ diese Projekte in ihren bisherigen Gesprächen mit der ÖVP angesprochen - wenn Schwarz-Rot komme, dann befürchte er eine "drastische Benachteiligung" Kärntens.

Auch der Wiener FP-Chef Hilmar Kabas warnt vor einem Verlassen des schwarz-blauen Kurses: "Wir wollen weiterhin Reformarbeit in der Regierung leisten. Wir sind aber selbstverständlich auch bereit, in Opposition zu gehen, wenn es anders nicht ist." An den Chancen für eine Regierungsbeteiligung der FPÖ hätten sich auch mit dem SP-Beschluss nichts geändert - "Wir sehen das sehr gelassen."

So sieht es auch Parteichef Herbert Haupt: Die Chancen der FPÖ für eine Regierung mit der ÖVP lägen auch nach dem Ja des SPÖ-Präsidiums bei 30 Prozent.

"Weniger Probleme"

Jedenfalls seien die Sondierungsgespräche zwischen ÖVP und FPÖ "nicht beeinträchtigt". Kommenden Montag werde es eine weitere Sondierungsrunde mit der Volkspartei geben. Immerhin würde es zwischen ÖVP und FPÖ "viel weniger Probleme" geben - auch sei die schwarz-blaue Regierung seinerzeit auf zwei Legislaturperioden angelegt gewesen.

Und schließlich, so der FPÖ-Chef, "hat die ÖVP die gleichen Probleme wie die SPÖ mit ihren Gewerkschaftern, nämlich mit ihren Landeshauptleuten. Da gilt es, unterschiedliche Positionen unter einen Hut zu bringen."

FPÖ-Klubobmann Karl Schweitzer fürchtet einen "faulen Kompromiss" zwischen Sozialdemokraten und Volkspartei. Es werde sich um ein "fortgesetztes aneinander Vorbeireden" von ÖVP und SPÖ handeln.

So werde man für Österreich nicht zu den notwendigen Lösungen kommen. Schweitzer: "Wenn man das ein bissl humoristisch betrachtet - so wie sie aufeinander zugehen, gibt's dann Abfangjäger ohne Flügel? Waltraud Klasnic sagt klar Ja zur Luftraumüberwachung, Alfred Gusenbauer klar Nein zu den Abfangjägern. Jetzt müssen sie sich einigen, und da kann sich jeder seinen Reim darauf machen." (cs, APA/DER STANDARD, Printausgabe, 23.1.2003)