Wien - Ist die von der Wirtschaftsuni (WU) Wien geplante Einführung von Knockout-Prüfungen nun endgültig vom Tisch oder nicht? An der WU herrschen darüber offenbar geteilte Meinungen. Nachdem die Studienkommissionen in ihrer Sitzung am Dienstag die Einführung von Erstsemestrigen-Prüfungen abgelehnt hatte, herrschte auf Seiten der Studentenvertretung Hochstimmung.

"Es muss andere Möglichkeiten geben, um mit der Ressourcenknappheit umzugehen. Zum Glück ist dies heute bewiesen worden", zeigte sich etwa Werner Weingraber, Vorsitzender der Österreichischen Hochschülerschaft an der WU, nach Sitzungsende erleichtert. ÖH-Vorsitzende Andrea Mautz war stolz auf die "offensichtliche Relevanz studentischer Mitbestimmung", der Verband Sozialistischer Studenten "erfreut".

Vielleicht kommt diese Freude jedoch zu früh. Denn für die Universitätsleitung ist "die Sache noch nicht gegessen", wie WU-Rektor Christoph Badelt im STANDARD-Gespräch klarstellte. "Es handelt sich lediglich um eine Vertagung, um noch offene rechtliche und soziale Fragen zu klären." Bis Ende Februar werde sich eine Arbeitsgruppe mit eben diesen Fragen befassen, dann solle nochmals abgestimmt werden. Badelt geht also weiter davon aus, dass die Knockout-Prüfungen kommen werden. Mit dieser Bezeichnung hätte er allerdings Probleme. "Ich weigere mich, diesen Begriff zu verwenden. Ich spreche von Eingangsprüfungen."

Es gehe "schließlich nicht darum, jemanden aus Platzmangel rauszuprüfen". Die geplanten Erstsemestrigen-Prüfungen würden vielmehr dazu dienen, die "für ein Wirtschaftsstudium notwendigen Fähigkeiten" zu überprüfen. Badelt: "Jedem, der diese Fähigkeiten besitzt, wird die Wirtschaftsuniversität offen stehen." (Claudia Sebunk/DER STANDARD, printausgabe 22.01.2003)