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Montage: Reuters/derStandard.at

Als erstes Land der Welt will das Himalaya-Königreich Bhutan den Verkauf von Zigaretten verbieten. Nach Berichten von BBC-Online plant der Gesundheitsminister dem Staatsgründer von 1640, dem Mönch Shabdrung Ngawang Namgyal, zu folgen. Dieser hat seinerzeit das Rauchen in der Öffentlichkeit und in den öffentlichen Gebäuden verboten.

In Bhutan, einem streng buddhistischem Land, das erst seit wenigen Jahren die Türen zu einem sanften Tourismus geöffnet hat, gibt es nach Angaben des Gesundheitsministers Sangay Ngedup einige wichtige Persönlichkeiten in der Geschichte, die das Rauchen streng abgelehnt haben. "Der große Heilige Padmasambhava, der den Buddhismus nach Bhutan gebracht hat, hat gemeint, dass Rauchen schlecht sei. Und alle Gläubigen sollen sich dem Wunsch Gottes beugen und den Zigaretten entsagen", so Ngedup. Dass Padmasambhava in seinen Reden zwar von Opium und nicht von Tabak gesprochen hat, räumt Ngedup ein. Eine extensive Interpretation schließe aber den Tabak mit ein, meint der Minister. Vor einer Delegation von ausländischen Journalisten bekräftigte der Minister das Vorhaben, Tabak aus dem kleinen Königreich zu verbannen.

Bereits heute gibt es im entlegenen Wangdue-Distrikt, einige Autostunden von der Hauptstadt Thimpu entfernt, ein gesetzliches Verbot des Verkaufs von Zigaretten. "Das Verbot von Kaugummi und Rauchwaren kommt aber von lokalen Gemeinden", so Ngedup. Das sei im ganzen Königreich außerhalb der Hauptstadt ein übliches Verbot, bestätigt auch der Provinz-Gouverneur Pem L. Dorji. "Viele Menschen, zum Teil einfache Bauern, aber auch lokale Händler und Lehrer haben mich beauftragt, ein Tabakverbot zu verhängen", erklärt Dorji. Die Menschen hätten das Gesetz selbst erlassen. Tabakverkäufer müssen nach einer einmaligen Verwarnung mit einer Geldstrafe rechnen. Eine der großen Befürchtungen Dorjis ist ein Dorf im Thimpu-Distrikt nahe der Wangdue-Distriktgrenze, in dem der Verkauf von Zigaretten immer noch erlaubt ist. Thimpu habe bis jetzt auf ein solches gesetzliches Verbot verzichtet, heißt es seitens der Behörden.

"Ein weiterer Grund für die scharfen Anti-Rauchgesetze ist die Tatsache, dass immer mehr junge Bhutanesen zur Zigarette greifen", so der oberste medizinische Ratgeber Gado Tshering, ein ehemaliger Provinzarzt. Da in Bhutan selbst kein Tabak wächst, müssen alle Produkte importiert werden. "Neben dem Gesundheitsrisiko gibt es da noch wirtschaftliche Überlegungen auch", so Tshering. Neben dem Tabakmissbrauch gebe es nach Angaben der Behörden auch einen wachsenden Konsum von Cannabis. Es wäre besser, wenn bhutanische Familien das Geld für den Haushalt ausgeben als Zigaretten zu kaufen, so der Gesundheitsminister. (pte/red)