Microsoft veröffentlicht neue Details zu Palladium. Bei Palladium handelt es sich um ein Konzept zur Verbesserung der Sicherheit am Computer und im Datenaustausch zwischen Rechnern. Dabei soll innerhalb einer künftigen Version des Windows-Betriebssystems eine Art virtueller Safe im Rechner entstehen, in dem alle wichtigen Daten gespeichert werden können (Der Webstandard berichtete).

Bedenken zerstreuen

Brad Brunell, Marketingleiter der Abteilung "Windows Trusted Platform Technologies", zerstreut vor allem Bedenken gegen das neue Sicherheitskonzept. Kritker warnten immer vor unerwünschte Konsequenzen der neuen Technologie. Einerseits soll die Technologie dafür sorgen, dass nur vertrauenserweckende Software auf dem PC laufen kann und die ungewollte Installation bösartiger Virenprogramme verhindert wird. Andererseits aber verbiete Palladium möglicherweise auch die Nutzung nicht autorisierter Musik- oder Filmkopien, fürchtete zum Beispiel Ross Anderson von der University of Cambridge (Der Webstandard berichtete). Brunell zu folge werden aber Nutzer auf jeden Fall weiterhin in der Lage sein ihre MP3-Dateien abzuspielen, zumindest im ungesicherten Teil des Systems.

Palladium wird die Piraterie nicht stoppen

Der Microsoft-Mitarbeiter glaubt auch nicht, dass die Musik- oder Filmindustrie Inhalte erstellen werde, die nur unter einem aktivierten Palladium-System laufen, da das ökonomisch nicht sinnvoll sei. Überhaupt werde Palladium die Piraterie nicht stoppen.

Digital Rights Management

Die Strategie Palladiums betrifft vor allem das Digital Rights Management (DRM). Bisher mussten DRM Systeme ihren Schlüssel nämlich in der Software verstecken, wo er allerdings auslesbar ist. Palladium hingegen arbeitet mit einem kryptographisch versiegelten Hardware-Modul zusammen, das die Industrie-Initiative der Trusted Computing Plattform Alliance (TCPA) entwickelt. Dadurch entstehen neue Anwendungsmöglichkeiten, zum Beispiel könnten sich E-Books nach einer bestimmten Zeit auflösen oder wären nicht mehr ausdruckbar.

Viren, Trojaner und Würmer

Besonders betont Microsoft, dass Palladium Angriffe auf Softwaresysteme durch andere, schädliche Software wie Viren, Trojaner und Würmer verhindern werde. Dazu wird der PC virtuell zweigeteilt, Palladium sorgt mit einem Kern namens "Nexus" und dem an den TCPA-Chip gebundenen Hauptprozessor dafür, dass die für Palladium geschriebenen Applikationen nur auf der sicheren Seite ablaufen. Diese Applikationen werden mit einem so genannten "Manifest" ausgestattet, dieses legt fest, unter welchen Umständen die Software funktioniert.

Manifeste

Diese Manifeste können auch von "vertrauenswürdigen Dritten" in "umgekehrter" Art und Weise eingesetzt werden. So kann das Verhalten des mit Palladium geschützte PC-Teils bestimmt werden. Die Zertifikation dazu werde man allerdings Dritten überlassen. (red)