Fort Lauderdale - Ein Vizepräsident der Firma Clonaid muss einem Gericht in Florida Rede und Antwort stehen. Das Unternehmen hatte die Vorladung von Thomas Kaenzig in letzter Minute durch einen Einspruch zu verhindern versucht. Doch Richter John Frusciante wies den Einspruch zurück, berichtete ein Sprecher des Kreisgerichts in Fort Lauderdale (US-Staat Florida) am Mittwoch.

Frusciante räumte Kaenzig lediglich ein, die Fragen von US-Anwalt Bernard Siegel telefonisch zu beantworten. Dieses Gespräch sollte bei dem für den späteren Mittwoch anberaumten Termin live im Gerichtssaal zu hören sein.

"Kommerzieller Kindesmissbrauch"

Siegel betrachtet das Klonen von Babys als "kommerziellen Kindesmissbrauch" und hat bei Gericht beantragt, den Eltern des Babys das Sorgerecht zu entziehen. Das angeblich geklonte Mädchens müsste laut Clonaid jetzt vier Wochen alt sein und ist als "Eve" bekannt.

Siegel sagte, er handle nur "als verantwortungsbewusster Bürger" und wolle, dass das Kind die erforderliche medizinische Betreuung bekomme. Er hoffe zudem, dass das Gericht die Firma Clonaid im Verlauf eines Verfahrens dazu zwinge, Beweise für ihre Behauptung zu erbringen, das Kind sei aus einer Hautzelle seiner leiblichen Mutter geklont worden. (APA/dpa)