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Linz - Mit "Management by Humor" könnte bald ein neuer Führungsstil in Österreichs Firmen einziehen. Startet doch in Linz ein Kurs, in dem die Teilnehmer die "Fähigkeit zum Humor" entwickeln und damit Normen rund um ihren Arbeitsplatz verändern sollen. Denn Humor - laut Duden "heitere Gelassenheit" - bewirkt eine gelöste, entspannte Sicht, trägt zur Persönlichkeit bei und ist mit einem respektvollen Umgang in der Begegnung mit Menschen verbunden. Der Kurs startet zwar erst im Herbst, die Vorbereitungen laufen aber schon jetzt.

Der Kurs heißt offiziell "Humorberater". Zu dessen Kompetenzen zählen unter anderem, dass "er in der Lage ist, durch gezielte Aktionen einen Perspektivenwechsel anzubieten, authentisch und sicher auftreten und mit Schwierigkeiten humorvoll umgehen kann", erklärte Ausbildungsleiter Michael Trybek. Absolventen sollen sich "ihrer eigenen Humorfähigkeit bewusst sein und diese gezielt einsetzen können."

Eigene Humorkompetenz erkennen

Zunächst einmal lernen die Kursteilnehmer die eigene Humorkompetenz - "ein Teil der Selbsterkenntnis" - kennen, erläuterte Trybek. Humor sei die Pufferzone, man söhne sich mit den eigenen Fehlern und Schwächen aus, brauche nichts mehr verbergen, auch dann nicht, wenn man einmal ins Fettnäpfchen tritt. "Man kann sich nicht selbst in die Pfanne hauen, sondern entwickelt eine humorvolle Distanz", so der Kursleiter.

In den weiteren Modulen werden dann "Handwerkszeuge" und Einsatzmöglichkeiten für "konkreten Humor" besprochen. Beispiel: Die Mitarbeitersitzung, in der anstehende Probleme gelöst werden sollen. Oft sei die Situation ja so: Der Chef redet, im Team "sulzt jeder dahin", so Trybek. Ein Manager mit Humorberaterausbildung aber könnte nun über eine "Verwirrung", die er gezielt schafft, in das Thema einsteigen. Etwa indem er auf einem Sessel steht oder Plakate mit Zitaten aufhängt. Das alles werde in das Gespräch mit einbezogen und verarbeitet, "man möchte Reaktionen im Team", erklärte Trybek. Und: "Die Führungskraft führt nun anders".

"Clownerie"

Ein Teil der Ausbildung ist die "Clownerie". Dabei gelte es, Archetypen zu entdecken. Denn oft sollte man kompetent wirken, kenne sich aber überhaupt nicht aus. "Man kann nicht alles wissen", so Trybek. Es sei wichtig, den Mut zu entwickeln, "Humor auch in einem Umfeld zu leben, wo man sonst den Kopf schütteln würde." Wesentlich an der Ausbildung sei zudem, das Element der Improvisation zu beherrschen, denn dann könne man etwa spontan reagieren, erlange Sicherheit im Umgang mit heiklen Themen oder könne Konflikte mit Humor lösen, betonte Trybek. (APA)