Zagreb/Rom - Der Beschuss eines italienischen Fischerbootes durch die kroatische Küstenwache hat zu einer Verstimmung in den diplomatischen Beziehungen zwischen Rom und Zagreb geführt. Der italienische Außenminister Franco Frattini teilte dem kroatischen Botschafter in Italien, Drago Kraljevic, mit, dass der Gebrauch von Schusswaffen seitens der Küstenwache nicht akzeptabel sei. "Das entspricht nicht dem europäischen Verhaltensstandard", zitierte Kraljevic den Minister gegenüber der kroatischen Nachrichtenagentur Hina.

Zuvor hatte das Außenministerium in Zagreb nach dem Zwischenfall in der nördlichen Adria gegen das Eindringen italienischer Fischer in kroatische Gewässer protestiert. Der illegale Fischfang verletze die Souveränität Kroatiens, hieß es einer Note des Ministeriums an die italienische Botschaft.

Nach einem Hina-Bericht hatte die kroatische Küstenwache mehrmals versucht, den Fischkutter zu stoppen. Zuerst seien Lichtsignale abgegeben worden. Dann wurden per Lautsprecher Durchsagen in italienischer Sprache an die Fischer gerichtet. Als das Boot nicht beidrehte, seien zuerst Warnschüsse in die Luft und dann knapp über das Boot abgegeben worden. Nach italienischen Angaben hatten jedoch etwa 30 Projektile das Boot getroffen und das Radar zerstört. (APA)