Washington - Die Unterstützung für einen Krieg gegen den Irak hat in der US-Bevölkerung abgenommen, berichtet die "Washington Post" (Mittwochausgabe). Laut einer jüngsten Umfrage wollen sieben von zehn Amerikanern den UNO-Inspektoren noch zumindest Monate Zeit geben für ihre Suche nach Waffen im Irak. 57 Prozent der Amerikaner unterstützen grundsätzlich eine militärische Aktion gegen den Irak, gegenüber noch 62 Prozent bei einer Umfrage Mitte Dezember.

Nur mehr 50 Prozent erklärten ihre Unterstützung für den Irak-Kurs von US-Präsident George W. Bush, gegenüber 58 Prozent vor einem Monat. 58 Prozent der Amerikaner sagten, sie würden gerne mehr Beweise gegen den irakischen Staatschef Saddam Hussein sehen. 71 Prozent sprachen sich dafür aus dass die USA ihre eigenen Beweise veröffentliche, falls die UNO-Inspektoren nichts Belastendes gegen den Irak finden sollten.

Die Haltung gegenüber den UNO-Inspektionen zeigt deutlich die Vorsicht in Hinblick auf eine Militäraktion: 43 Prozent der Befragten meinten, man solle den Inspektoren so viel Zeit geben wie diese selber für die Waffensuche für richtig halten. Ein weiteres Viertel wollte den Inspektoren "einige Monate" oder mehr Zeit geben. Nur ein Viertel sprach sich für eine Deadline von einigen Wochen oder weniger für die Inspektionen aus.

Die Zufriedenheit der Amerikaner mit der Amtsführung ihres Präsidenten ist auf einen Stand gefallen, wie er zuletzt vor den Terroranschlägen am 11.September registriert wurde, berichtet die "Washington Post": Nur mehr 59 Prozent der Bürger sind mit Bush insgesamt zufrieden. Für den Kampf gegen Terrorismus erhält der Präsident wesentlich bessere Noten (71 Prozent Zustimmung) als für seine Wirtschaftspolitik (nur 43 Prozent Zustimmung, 53 Prozent Ablehnung).

Für die von "Washington Post" und dem TV-Sender ABC in Auftrag gegebene Umfrage wurden zwischen 16. und 20. Jänner 1.133 Telefoninterviews mit zufällig ausgewählten Erwachsenen geführt. Die Umfrage hat eine mögliche Fehlerquote von plus/minus drei Prozentpunkte.(APA)