Bild nicht mehr verfügbar.

Foto: APA/ : JÄGER R.

Wien - "Es ist eine typisch österreichische Altlast, offensichtlich ging es um Impulse für die Auslastung der Aluminiumelektrolyse in Ranshofen." So beschreibt der Vorstandsdirektor des Autobahnbetreibers Asfinag, Franz Lückler, am Mittwoch bei einer Pressekonferenz die Problematik um Aluleitschienen auf heimischen Autobahnen.

Die Aluminiumprodukte sollen für eine Reihe von Verletzten und Toten verantwortlich sein. 1700 Kilometer müssen ausgetauscht werden, bis Herbst 2005 will die Asfinag sie um rund 240 Millionen Euro durch Stahlpendants und Betonwände ersetzen.

Aluleitschienen waren Ende der 90er-Jahre vorgeschrieben

Zwischen Mitte der 70er-und Ende der 90er-Jahre war der Einbau der Aluleitschienen teils per Erlass zwingend vorgeschrieben. Das Problem: Die Leichtmetallschienen sind spröde, bei einem Aufprall können scharfkantige Brüche entstehen, die sich in Menschen und Autos bohren. Sie sollen auch nicht den EU-Bestimmungen entsprechen.

Gegen Ende des Jahres 2001 kam es besonders auf der Tauernautobahn und auf der Südautobahn im Wechselgebiet zu einer Reihe von Unfällen, bei denen Menschen zu Schaden kamen.

Keine Schadenersatzklagen

Wie viele der Verletzungen und Todesfälle ursächlich mit den Leitschienen zusammenhängen, will Lückler nicht beziffern. Die Lage war dennoch dramatisch genug, um im Jänner 2002 ein Austauschprogramm zu starten. Opfer und deren Angehörige aus der Schweiz und Deutschland haben Schadenersatzklagen angekündigt, eingetroffen ist bei der Asfinag bisher allerdings keine.

"Was wir tun konnten, haben wir zügig getan", weist Lückler die Vorwürfe, man habe auf die Gefahr zu spät reagiert, zurück. Besonders kurvenreiche und unfallträchtige Streckenabschnitte seien bereits repariert worden. Schwerpunkte für heuer sind die Innkreisautobahn, der Packabschnitt auf der Südautobahn und Teile der Tauernautobahn. Bis zum Herbst 2005 soll sich keine einzige Aluleitschiene mehr auf den Autobahnen finden.

Ersetzt werden sie durch Betonleitwände, die Durchbrüche auf die Gegenfahrbahn wirkungsvoll verhindern und besseren Blendschutz bieten sollen. Wo dies aufgrund örtlicher Gegebenheiten nicht möglich ist, kommen Leitschienen aus Stahl zum Einsatz. Mit einem besseren Unterfahrschutz sollen diese auch mehr Sicherheit für Motorradlenker bringen, verspricht die Asfinag. (moe, DER STANDARD Printausgabe 23.1.2003)