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Christoph Dichand will "gegen jeden Widerstand" antreten

Foto: APA/Newald

"Gegen jeden Widerstand" will Christoph Dichand, Sohn von "Krone"-Chef Hans, am 1. Februar seine neue Position als Chefredakteur der Zeitung antreten. Dies betont er im Gespräch mit der Info-Illustrierten "News".´WAZ-Geschäftsführer Erich Schumann legt in "News" indes noch ein Schäuferl nach und bezeichnet die Nachfolge-Regelung im Hause Dichand als einen "Fall von ungeheurem Nepotismus".

Kämperisch

Dichand junior gibt sich ganz im Stil seines Vaters kämpferisch. "Ich stehe in der Tradition meines Vaters und damit für die Unabhängigkeit der Redaktion der 'Kronen Zeitung'. Dies ist nicht nur politisch gemeint, sondern bedeutet auch unabhängig von deutschem Konzerndenken." Dem "Druck aus Deutschland" könne er widerstehen, betont Christoph Dichand. "Das ist auch der Grund, warum die WAZ mich bekämpft. Sie kennen mich aus den Gesellschaftersitzungen und wissen, dass ich eine eigene Meinung habe, die ich auch konsequent durchsetze."

"Ära Dichand geht dem Ende zu"

"Die journalistische Ära Dichand geht dem Ende zu, eine journalistische Dynastie Dichand gibt es nicht", kontert Schumann. Er lässt weitere Vorwürfe gegen Hans Dichand vom Stapel. Die "Krone" müsse ihre "mangelnde Ertragslage in den Griff" bekommen. Allerdings ohne Personalabbau und "vor allem ohne willkürliche Kündigungen wie durch Dichand, die mit uns nicht abgesprochen waren".

Interventionen wegen "nationalisitscher oder antisemitischer Töne"

Bereits in den vergangenen Jahren habe der WAZ an der "Krone" "einiges" nicht gepasst, so Schumann weiter. "Wir haben auch interveniert, wenn es zu arge nationalistische oder antisemitische Töne gab. Aber an sich nehmen wir prinzipiell keinen Einfluss auf die Redaktionen unserer Zeitungen." Dennoch "wundert es uns sehr, wie Hans Dichand sich rühmt, eine Kampagne gegen die Bildung der vergangenen Regierung gefahren und nun zur Wiederwahl Ihres Kanzlers beigetragen zu haben."

"Rolle des geschäwtzigen Alten"

Dass das Drama um die "Krone"-Thronfolge Shakespeare-gerecht mit "Toten auf der Bühne" enden könne, wie Dichand gewarnt hatte, befürchtet Schumann übrigens nicht: "Bei Shakespeare gibt es auch die Rolle des geschwätzigen Alten", lässt er dem Zeitungszar ausrichten. (APA)