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Libanesischer Staatspräsident Emile Lahoud

Foto: APA/EPA/AFP/Joseph Barrak

Beirut - Jeder Angriff auf eines ihrer Mitglieder richte sich gegen die Arabische Liga in ihrer Gesamtheit, erklärte der libanesische Staatspräsident Emile Lahoud in seiner Eigenschaft als amtierender Liga-Vorsitzender. "Jede Aggression gegen einen arabischen Staat ist eine Aggression gegen die Gesamtheit der arabischen Staaten", heißt es in einer am Mittwoch in Beirut veröffentlichten Erklärung Präsident Lahouds, der dabei auf die Beschlüsse des Beiruter Gipfels der Arabischen Liga vom März 2002 verwies.

Lahoud hatte am Dienstag den irakischen Sondergesandten General Ali Hassan al Majid empfangen. Politische Beobachter in Beirut gingen davon aus, dass die Erklärung des libanesischen Präsidenten mit der syrischen Führung abgesprochen wurde. In Damaskus hält sich derzeit der US-Sondergesandte William Burns auf. Zuletzt hatte der israelische Außenminister Benjamin Netanyahu den Irak neuerlich beschuldigt, Massenvernichtungswaffen in Syrien versteckt zu haben.

Mitglied des UNO-Sicherheitsrates: Syrien

Syrien ist derzeit das einzige arabische Mitglied des UNO-Sicherheitsrates und hatte für den - einstimmig angenommenen - amerikanisch-britischen Resolutionsentwurf zur irakischen Abrüstung votiert. Die Führung in Damaskus unterhält seit über zwei Jahren wieder engere politische und wirtschaftliche Beziehungen zu Bagdad. In den beiden Staaten regieren zwei verfeindete Flügel der panarabischen Baath-Partei. Im Irak ist die Baath-Partei seit 1968, in Syrien seit 1963 an der Macht.

Die Arabische Liga, deren Vorsitzender derzeit Lahoud ist, umfasst 22 Staaten, einschließlich des 1988 von der Palästinensischen Befreiungsorganisation (PLO) ausgerufenen Staates Palästina. (Die PLO war als solche bereits 1976 Vollmitglied der Liga geworden.) Zu den Gründungsmitgliedern der Liga - Ägypten, Irak, Jemen, Jordanien, Libanon, Saudiarabien und Syrien - kamen später Algerien, Sudan, Libyen, Marokko, Tunesien, Bahrain, Katar, Kuwait, Oman, die Vereinigten Arabischen Emirate (VAE), Mauretanien, Somalia, Dschibuti (Djibouti) und die Komoren hinzu. Libyen hat seine Mitgliedschaft vorübergehend einseitig suspendiert. (APA/AFP)