Caracas/Manama - Inmitten des seit Wochen anhaltenden Generalstreiks plant die Regierung Venezuelas nach Angaben aus Kreisen eine temporäre Schließung des Devisenmarkts, um Maßnahmen gegen Kapitalflucht zu prüfen. Eine Abwertung der venezolanischen Währung, des Bolívar, sei gegenwärtig nicht geplant, hieß es am Dienstag in Regierungskreisen.

Der Zentralbankrat und die Regierung hätten dem Vorschlag von Finanzminister Tobias Nobrega zugestimmt, der eine Schließung des Devisenmarkts vorsehe, möglicherweise ab sofort, um Beschränkungen prüfen zu können, hieß es. In der politisch-wirtschaftlichen Krise hat der Bolívar seit Jahresbeginn 24 Prozent seines Werts verloren.

Generalstreik

Der Generalstreik, mit dem die Opposition Präsident Hugo Chávez aus dem Amt drängen will, hat insbesondere die Ölindustrie des Landes stark beeinträchtigt. Venezuela ist der fünftgrößte Ölexporteur der Welt. Vorgelegt hat mittlerweile auch der Friedensnobelpreisträger und frühere US-Präsident Jimmy Carter seine Vorschläge zur Beilegung der politischen Krise. Sie sehen eine Verfassungsänderung, die vorgezogene Wahlen ermöglichen soll, vor oder ein Referendum über Chávez' Mandat im August.

Öl nicht ersetzbar

Die Organisation Erdöl exportierender Länder (Opec) kann die durch den Generalstreik bedingten Lieferausfälle Venezuelas in die USA offenbar nicht ohne weiteres kompensieren. Viele Raffinerien seien besonders für die Verarbeitung venezolanischen Rohöls ausgelegt, sagte Opec-Präsident Abdullah bin Hamad al-Attiyah anlässlich der Eröffnung eines petrochemischen Werks in Doha. Die Organisation sei zwar bemüht, die Kunden zufrieden zu stellen, das venezolanische Rohöl könne man jedoch nicht ersetzen. (Reuters, vwd)