Vielleicht ist das ja alles auch nur ein Missverständnis: Nur weil es "der Universitätsrat" heißt, bedeutet das nicht automatisch auch ein exklusives Anforderungsprofil nur für männliche Kandidaten. Nein, in den neuen universitären Führungsgremien dürfen durchaus auch Frauen sitzen. Tun sie aber nicht oder nur vereinzelt, weil die Herren Professoren, die in den wahlberechtigten Gründungskonventen eine bequeme Mehrheit haben, bevorzugt lieber Geschlechtsgenossen hineinwählen. Die dürfen dann gern auch aus dem Ausland sein, Weltläufigkeit macht sich schließlich immer gut. Aber Frauen? So viel Political Correctness muss dann doch nicht sein.

Und so vertrauen von den acht Unis, die bis jetzt ihre Uniräte gewählt haben, fünf ausschließlich auf männliche Exzellenz und Kompetenz. Das wirft ein bezeichnendes Licht auf die Bewusstseinslage an den österreichischen Universitäten: Es muffelt nach Männerbündelei. Es riecht nach Zusammenrottung alter Würdenträger. Es sieht nach Trapezsprüngen auf tragfähigen Old-Boy-Networks aus. Es ist auch Ausdruck eines Universitätsgesetzes, das den Ausschluss von Frauen nicht aktiv verhindert, aber eher begünstigt.

Denn obwohl die Frauen bekanntlich irgendwo auf dem Weg nach oben aus der universitären Hierarchie herausfallen, hat die Regierung die strukturellen Schienen, auf denen Männer noch immer einigermaßen unbehelligt an die Spitze der Unis fahren können, nicht verändert. Und so rächt sich ein in seinen geschlechtsspezifischen Auswirkungen erwartbarer Konstruktionsfehler des professorenlastigen Unigesetzes: Wer Entscheidungen lieber in professorale Hände legt - und den Mittelbau mit seinem höheren Frauenanteil ausbremst - stellt die Weichen weiter Richtung Männerdominanz an den Universitäten.