Budapest - In Budapest sind verloren geglaubte Opern-Librettos von Joseph Haydn wieder entdeckt worden. Bisher sei davon ausgegangen worden, dass die Manuskripte und Drucke während des Zweiten Weltkriegs verbrannt seien, sagte eine Kuratorin der ungarischen Regierung, Agota Doba, am Mittwoch in Budapest. Kuratoren hätten die Librettos in einem Antiquariat aufgestöbert, das sie wiederum von einer Privatperson angekauft habe.

"Untersuchungen von Kunsthistorikern haben gezeigt, dass sie echt sind", betonte Doba. Wer die Noten an das Antiquariat verkauft hatte und wie viel sie kosteten, sagten die Behörden nicht.

Die Librettos sollten zunächst an der ungarischen Nationalbibliothek aufbewahrt werden, sagte die Kuratorin. Anschließend würden sie für Forschungsarbeiten digitalisiert. "Es ist ein Rätsel, wie sie vom Krieg verschont geblieben sind", betonte Doba. Die Bücher seien völlig unversehrt. Die Librettos hatten ursprünglich der ungarischen Adelsfamilie Esterhazy gehört, für die Haydn als Hofmusiker tätig war. (APA)