Bild nicht mehr verfügbar.

AUC-Patrouille in Medellin (zum Vergrößern)

Foto: APA/AFP/Fernando Vergara

Bogotá - Die kolumbianische Regierung hat am Mittwoch erstmals offizielle Friedensgespräche mit den ultrarechten Paramilitärs aufgenommen. Eine Delegation der Regierung von Präsident Alvaro Uribe sprach in Anwesenheit katholischer Bischöfe mit der Führung der Vereinigten Selbstverteidigungsgruppen (AUC). Wie ein Regierungssprecher weiter mitteilte, fanden die Gespräche an einem von ihm nicht genannten Ort im Norden des Landes statt.

Nach einem vorläufigen Zeitplan sollen bereits in diesem Jahr mehr als 10.000 Paramilitärs die Waffen niederlegen. Die Regierung wolle außerdem die Freilassung der in der Gewalt der AUC befindlichen Geiseln durchsetzen und ein Ende der Rekrutierung von Minderjährigen erreichen, hieß es.

Die erste Runde der Gespräche sollte zwei Tage dauern. Für die AUC nahmen Rundfunkberichten zufolge Carlos Castano und Salvatore Mancuso teil, deren Auslieferung wegen Drogenhandels und Terrorismus die USA verlangen. Die AUC hatten Ende November 2002 überraschend einen einseitigen Waffenstillstand ausgerufen. Die ultrarechten Paramilitärs verfügen über rund 10.500 bewaffnete Kämpfer. Großen Zulauf erhielten sie in den 90er Jahren, als Großgrundbesitzer sie als Schutz gegen linksgerichtete Guerillagruppen anheuerten.

In den Auseinandersetzungen zwischen Regierungstruppen, Paramilitärs und Guerilla wurden seit 1964 mehr als 200.000 Menschen getötet. Jedes Jahr werden in Kolumbien etwa 3000 Menschen entführt; 2,7 Millionen Menschen wurden durch die Kämpfe vertrieben. (APA)